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Astronomie|Physik

Kolonisten in der Kreisbahn

Startschuß für die Internationale Raumstation Sie ist das größte wissenschaftliche und technologische Programm, das jemals in internationaler Zusammenarbeit begonnen wurde.

Die Verträge wurden nach vielen Problemen Anfang dieses Jahres unterschrieben. Für seinen „Grundbesitz-Anteil“ auf der Raumstation muß Europa rund 5,5 Milliarden Mark auf den Tisch legen. Gut angelegtes Geld, heißt es bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA – gerechnet auf zehn Jahre. So lange soll die Raumstation mindestens ihren Dienst versehen – aufgeteilt auf zehn Teilnehmerstaaten scheint das Vorhaben denn auch gar nicht so teuer. Mit 50 Milliarden Dollar Gesamtkosten eine letztlich preiswerte Immobilie im All.

Was dort im Weltraum gebaut werden soll, ist riesig. Auf ein Fußballfeld gelegt, würde die Raumstation an allen Seiten über das Feld hinausragen. Sie macht mit ihrem knapp 80 Meter langen filigranen Traggerüst – dem Rückgrat – auf den ersten Blick einen unaufgeräumten Eindruck: eine Ansammlung von Sonnensegeln zur Energieversorgung, tonnenförmigen Labor-Modulen, Radiatoren zur Wärmeableitung und Antennenmasten. Größer als ein Fußballfeld

Doch im luftleeren Raum des Alls muß die Station nicht windschnittig sein, man ordnet die Module so an, wie es mechanisch optimal ist. Die Tonnenform ist hierbei besonders günstig, was das Verhältnis Volumen zu Außenhaut betrifft – eine Kugel wäre noch günstiger, aber das Arbeiten darin schwierig. ISS wird die Erde in 335 bis 460 Kilometer Höhe in weniger als 90 Minuten einmal umrunden, mit einer Geschwindigkeit von rund 29000 Kilometer in der Stunde über Grund.

Starten Sie einen Rundflug um die Raumstation (mpg; 1,3 MB)

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Im Endausbau wird die Raumstation aus sechs Modulen für die wissenschaftlichen Arbeiten bestehen. Drei davon stellt die russische Raumfahrtagentur – darunter das Zentrum der Station (FGB) auf der Basis von Mir, das jetzt als erstes gestartet wird – und je ein Modul die USA, Japan und Europa. Dazu kommen noch Andock-Module, ein Stau-Modul (die „Lagerhalle“) und ein sogenanntes Lebenserhaltungsmodul für die Versorgung der Station. Die NASA wird außerdem eine Wohneinheit anschließen, die vier Astronauten Platz bietet. Drei Manipulator-Arme – der europäische soll schon bei der Montage helfen – werden die Außenbord- und Ladearbeiten unterstützen. Europa – mehr als nur Juniorpartner

Europa, das heißt die ESA, ist dann jedenfalls nicht wie in den Anfängen der europäischen Raumfahrt nur der Junior-Partner der NASA, sondern ein Partner mit gleichen Rechten, obwohl der Anteil mit acht Prozent der Gesamtkosten relativ gering ist. Den Löwenanteil – zwei Drittel – bezahlen die USA, 20 Prozent Rußland, Japan hält wie Europa acht und Kanada zwei Prozent. Columbus, das ATV und Ariane-5 sind der Beitrag Europas zum internationalen Raumstationprogramm.

Gerd-Peter Schulze
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