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Astronomie|Physik

Kompressionsstrumpf für den Mars

Marsforscher aus aller Welt haben auf dem Internationalen Konferenz der Mars-Gesellschaft in Boulder ihre Modelle für den Raumanzug der Zukunft vorgestellt. Dieser soll es Astronauten nicht nur ermöglichen, auf Himmelskörpern, die eine stärkere Gravitation als der Mond aufweisen, spazieren zu gehen, sondern auch komplexe Operationen wie etwa das Graben von Löchern auszuführen.

Der von den Astronauten der Apollo-Flüge zum Mond eingesetzte Raumanzug ist durch sein hohes Gewicht keinesfalls für einen Einsatz auf dem Mars geeignet. Die Anziehungskraft des Roten Planeten ist nämlich fast doppelt so groß wie die des Mondes, so dass der Anzug in der Marsatmosphäre viel zu schwer wäre.

Um den Druckunterschied zwischen der dünnen Mondatmosphäre und dem menschlichen Körper auszugleichen, sind die Apollo-Anzüge zudem durch ein Gas unter Druck gesetzt. Daher sind sie mit einem Gewicht von etwa 180 Kilogramm nicht nur sehr schwer, sondern auch voluminös.

Eine Reihe von Konferenzteilnehmern hat daher vorgeschlagen, ein schon in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts entwickeltes Konzept erneut auszugraben: einen Raumanzug, der den nötigen Druck durch ein hochelastisches Material erzeugt und somit quasi einem Ganzkörper-Kompressionsstrumpf gleicht.

Um für einen Einsatz auf dem Mars geeignet zu sein, sollte der neue Anzug allerdings einen Druck ausüben, der den eines Stützstrumpfs um etwa das Fünffache übertrifft. Damit dies nicht zu großen Schmerzen führt, müssen die Astronauten daher mit Luft versorgt werden, die einen Gegendruck erzeugt.

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Forscher der australischen Abteilung der Firma BAE Systems haben bereits erste Prototypen eines derartigen Anzugs entwickelt und sind derzeit dabei, sie in Druckluftkammern und in marsähnlichen Wüstenlandschaften zu testen.

Stefan Maier
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