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Kontinentale Landmasse entstand im geologischen Zeitraffertempo

Geologen lieben es langsam. In Zeiträumen, die kürzer als eine Million Jahre sind, passiert auf der Erde aus geologischer Sicht nicht sehr viel – das war jedenfalls bisher die allgemeine Auffassung.

Doch die Bildung von kontinentaler Landmasse, wie Forscher in Nature beschreiben, ging sehr viel schneller vonstatten als man bisher dachte. Alexander Cruden von der Universität Toronto untersuchte zusammen mit britischen und französischen Kollegen die Fließgeschwindigkeit von Granit-Magma. Etwa drei Viertel der Erdkruste besteht aus Granitgestein.

„Wir dachten bisher, dass sich Granit-Magma in Form von massiven Klecksen durch die Erdkruste bewegt – und zwar mit einer Geschwindigkeit von etwa einem Meter pro Jahr“, erläutert Cruden. „Da die Kontinentalkruste zu einem großen Teil aus diesen Granitklecksen geformt wurde, sind wir bisher davon ausgegangen, dass sich die Kontinente langsam über Millionen von Jahren hinweg gebildet haben. Aber wir haben jetzt entdeckt, dass das Magma sehr viel weniger zähflüssig ist als wir dachten. Deshalb kann es auf seinem Weg vom Erdmantel bis zur oberen Kruste durch Spalten und Risse fließen, die nicht größer als ein Meter sind.“

Cruden nimmt an, dass ein 50 Kilometer großer Granit-Magma-Klecks für das Durchdringen von älteren Gesteinsschichten nicht mehrere Millionen Jahre, sondern nur 50.000 Jahre gebraucht hat. Ein 10 Kilometer großer Klecks hätte sogar nur 1000 Jahre benötigt.

Die Wissenschaftler kombinierten bei ihrer Forschung Experimente, theoretische Berechnungen und geologische Untersuchungen. In Experimenten untersuchten sie das Fließverhalten von geschmolzenem Gestein und berechneten damit die Geschwindigkeit, mit der das Magma in der Erdkruste aufsteigen kann. Dazu kamen die Erkenntnisse aus Exkursionen in Kanada, Schweden, Grönland, der Sierra Nevada in Kalifornien und in den Anden in Südamerika.

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Axel Tillemans
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