Magnetfelder weben Ringe um massive Sterne - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Magnetfelder weben Ringe um massive Sterne

Für die Entstehung von heißen Gasringen um manche Sterne sind starke Magnetfelder verantwortlich. Das fanden Myron Smith vom Space Telescope Science Institute in Baltimore und Detlef Groote von der Universität Hamburg heraus, indem sie das ultraviolette Licht von vier Sternen mit Ring analysierten. Wie die Forscher im Fachblatt Astronomy and Astrophysics berichten, sind Ringe um Sterne wahrscheinlich mindestens doppelt so häufig wie bislang gedacht. Ihre Studie ergab auch, dass Sterne von unterschiedlicher Zusammensetzung nach dem gleichen Prinzip Ringe erzeugen.

Smith und Groote gehen davon aus, dass Sterne mit Ring ein magnetischer Dipol sind, wie ein Stabmagnet oder die Erde, bei dem die Feldlinien am magnetischen Nord- und Südpol senkrecht aus der Oberfläche treten. Massive Sterne mit starken Magnetfeldern geben einen ständigen Strom von Teilchen ab, genauso wie andere Sterne. Allerdings weht dieser stellare Wind nicht gleichmäßig in alle Richtungen, sondern tritt vor allem an den Polen aus. Die geladenen Teilchen bewegen sich entlang der Magnetfeldlinien. Am magnetischen Äquator treffen dann die Teilchenströme der beiden Pole zusammen. Durch den heftigen Zusammenstoß werden die Teilchen abgebremst und bilden schließlich einen dichten, heißen Ring um den Stern.

Wie Smith und Groote bei ihrer Analyse von Daten des Satelliten „International Ultraviolet Explorer“ herausfanden, stimmt die Achse des Magnetfeldes bei vielen Sternen nicht mit der Rotationsachse des Sterns überein. Der Ring scheint dann um den Stern zu schwabbeln und dämpft periodisch dessen Licht. Die beiden Forscher konnten die Magnetfelder der beobachteten Sterne zwar nicht direkt messen, fanden aber eindeutige Hinweise im Licht, das der Ring abstrahlt.

Ute Kehse
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