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Astronomie+Physik

Mars unter der Lupe

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Mit ihrem Roboterarm hat die Sonde Phoenix Bodenproben vom Mars genommen. Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona
Die Nasa-Landefähre Phoenix hat damit begonnen, erste Bodenproben vom Mars zu analysieren. Unter dem Mikroskop sind Körnchen aus schwarzem, vulkanischem Glas, kleinere Partikel verwitterten rötlichen Gesteins sowie Staubteilchen zu sehen, die aus der Atmosphäre stammen, berichtete das Phoenix-Team auf einer Pressekonferenz.

Zunächst hatte das Team von der University of Arizona mit einem unerwarteten Problem zu kämpfen: Der Marsboden war zu klumpig. Nachdem Phoenix mit seinem Roboterarm eine Schaufel voll roter Erde von der Marsoberfläche abgeschürft hatte, ließen sich die Partikel nicht zur weiteren Bearbeitung in den Ofen des Analysegeräts „Thermal and Evolved-Gas Analyzer“ bugsieren: Der Boden blieb an einem Sieb hängen, das die Öffnung zum Ofen versperrt. Erst beim siebten Versuch, den Boden durch Schütteln zu lockern, fiel etwas Material nach unten.

„Der Boden ist etwas anders als wir erwartet hatten“, sagt Phoenix-Projektleiter Peter Smith von der University of Arizona. „Wir könnten also etwas wirklich Neues entdecken, wenn wir den Boden mit unseren verschiedenen Instrumenten analysieren.“ Zum ersten Mal seit den Viking-Missionen vor mehr als 30 Jahren können Planetenforscher den Marsboden unter einem Mikroskop betrachten ? in bislang unerreichter Auflösung. Bisher sind auf den Mikroskop-Bildern etwa tausend einzelne Teilchen zu sehen, einige von ihnen haben nur ein Zehntel des Durchmessers eines menschlichen Haars. Die Forscher konnten mindestens vier verschiedene Mineralien identifizieren.

Selbst unter dem Mikroskop ist zu sehen, wie die einzelnen Teilchen zusammenklumpen. Warum der Marsboden so klebrig ist, wissen die Forscher noch nicht. Bei Versuchen mit verschiedenen Mischungen irdischer Böden und Mineralien kam bislang noch kein Material heraus, das die gleichen Eigenschaften hatte wie die Proben vom Mars. Die drängendste Frage, die Marsforscher derzeit beschäftigt, ist, wie viel Wasser sich im Marsboden befindet. Einige Forscher spekulieren bereits, dass die Sonde bei der Landung einen Teil des Staubs weggeblasen hat, der den Marsboden oberflächlich bedeckt. Als Beleg führen sie einen Brocken mit glatten Konturen an, der auf einem Bild einer am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung entwickelten Kamera zu sehen ist.

Mitteilung der University of Arizona, Tucson Ute Kehse
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