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Astronomie+Physik

Marsmond Phobos wird wohl als Ring enden

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Phobos hat wenig Ähnlichkeit mit unserem Erdmond. (Bild: NASA/JPL/University of Arizona)
Eine knubbelige Kartoffel – der kleine Mond Phobos ist nicht gerade ein Schmuckstück des Mars, doch das könnte sich einmal ändern: In den nächsten 20 bis 40 Millionen Jahren wird sich Phobos vermutlich in einen eleganten Ring verwandeln, berichten Forscher. Der Grund: Seine Kreisbahn um den Mars wird immer enger – doch anstatt einmal auf ihn zu krachen, wird Phobos wohl eher vorher zerbröseln und dadurch einen Planetenring bilden.

Kein Mond unseres Sonnensystems steht seinem Heimatplaneten so nah wie Phobos: Der nur 26 mal 22 Kilometer große Trabant umkreist den Mars in gerade mal 6000 Kilometern Entfernung – Tendenz sinkend: Jedes Jahr nimmt seine Höhe um etwa zwei Meter ab, ganz im Gegensatz zu unserem Erdmond, der sich schleichend von der Erde entfernt. Das Ende von Phobos ist somit vorprogrammiert: Entweder er wird einmal auf den Mars knallen, oder aber vorher durch die Strapazen der wachsenden Gravitationskräfte zerbersten. Welches der beiden Szenarien wahrscheinlicher ist, haben nun die beiden Astronomen Benjamin Black und Tushar Mittal von der University of California in Berkeley untersucht.

Phobos wird sich ringförmig verkrümeln

Sie erfassten dazu systematisch alle verfügbaren Daten über die Eigenschaften des kuriosen Himmelskörpers. Ihnen zufolge scheint klar, dass Phobos eher weich ist. Schon seine unregelmäßige Form legt dies nahe: Astronomen gehen derzeit davon aus, dass es sich bei dem Mond um eine vergleichsweise lockere Ansammlung von Trümmerbrocken handelt, die sich einst im Orbit um den Mars zusammenballten. Basierend auf ihren Berechnungen und Modellen kommen Black und Mittal nun zu der Prognose: Wegen seiner geringen Dichte wird sich Phobos auf seinem Selbstmordkurs in den nächsten 20 bis 40 Millionen Jahren in Krümel verwandeln. Diese Überreste werden dann für Jahrmillionen einen Ring um Mars bilden, der den Berechnungen zufolge ähnlich dicht sein wird wie die Ringe des Saturn. Den Forschern zufolge sei es daneben allerdings durchaus möglich, dass ein Bestandteil des Phobos hart genug ist, um den Gravitationskräften standzuhalten. Dieser Rest würde dann auf den Mars fallen und ihm einen weiteren Krater verpassen.

Bereits Anfang dieses Monats berichteten Wissenschaftler der NASA, dass Phobos möglicherweise bereits Anzeichen seiner Instabilität aufweist: Auf seiner Oberfläche sind deutlich Linien zu erkennen, welche die Astronomen als Dehnungsrisse interpretieren. Einige scheinen dabei älter und andere jünger zu sein, was darauf hindeutet, dass neue Furchen entstehen, berichtet die NASA. Phobos baldiges Ende spiegelt sich demnach in einem zunehmend faltigen Antlitz wider. Black und Mittal zufolge wird der Untergang der kleinen Space-Kartoffel unser Sonnensystem wohl verändern: Es gewinnt einen weiteren Ring-Planeten hinzu.

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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