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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Maya-Rätsel gelöst

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Die Stadt Tikal (hier: ein Tempel) im heutigen Guatemala beherrschte in der klassichen Periode eines der mächtigsten Maya-Königreiche. Ende des zehnten Jahrhunderts wurde die Stadt verlassen. (c) Martín Melina-Elizalde
Was lange vermutet wurde haben Forscher nun belegt: Der Untergang der Maya-Zivilisation in Mittelamerika hatte klimatische Gründe. Die Niederschläge gingen im neunten und zehnten Jahrhundert deutlich zurück, wenn auch nicht so dramatisch wie bislang gedacht, berichten Martín Medina-Elizalde und Eelco Rohling jetzt in der Zeitschrift Science. Doch diese Abnahme reichte offenbar aus, um das ökologische Gleichgewicht auf der Halbinsel Yucatán so stark durcheinanderzubringen, dass es bei den Maya zu gesellschaftlichen Unruhen kam, vermuten die Forscher.

Fast 3000 Jahre lang beherrschten die Maya die Halbinsel Yucatán im heutigen Mexiko und Guatemala. Vom dritten bis achten Jahrhundert nach Christus wuchsen mächtige Städte mit Zehntausenden von Einwohnern heran. Kunst, Architektur, Mathematik und Astronomie blühten ebenfalls auf. Doch um das Jahr 900 verließen die Maya die meisten Metropolen, vor allem im Süden des Reiches. Die prächtigen Bauten verfielen, Bewässerungssysteme wurden nicht mehr instand gehalten, die Bevölkerungszahl sank. Die Ursache für diesen Kollaps ist umstritten. Krankheiten, Kriege, Übernutzung der landwirtschaftlichen Flächen und Aufstände werden ebenso diskutiert wie Klimaveränderungen.

Für eine Zunahme von Dürren gab es bislang zwar schon Hinweise, aber noch keine detaillierten Nachweise. Medina-Elizalde und Rohling untersuchten daher jetzt vier besonders genaue Klimaarchive, nämlich die Sedimente von zwei Seen und Stalagmiten in zwei Höhlen, um die Entwicklung des Niederschlags in der Region genau nachzuvollziehen. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es zur Zeit des Niedergangs tatsächlich weniger regnete. Allerdings verminderten sich die Niederschläge nicht so drastisch wie vermutet. Die Forscher konnten lediglich einen Rückgang um 25 bis 40 Prozent feststellen.

Sie vermuten allerdings, dass vor allem die Sommermonate trockener wurden ? wahrscheinlich, weil weniger Tropenstürme und Hurrikane die Gegend erreichten. Der Sturzregen während dieser Stürme füllt die Grundwasserleiter auf der Halbinsel regelmäßig auf. ?Der Sommer war die wichtigste Jahreszeit für die Landwirtschaft, und im Süden der Yucatan-Halbinsel gibt es keine Flüsse?, erläutert Eelco Rohling. ?Wahrscheinlich rief der Wassermangel gesellschaftliche Unruhen hervor und führte zur Aufgabe der Städte, zumal sich mehrjährige Dürren in schneller Folge wiederholten.?

Die Forscher warnen, dass sich die Geschichte wiederholen könnte: Im Zuge der globalen Erwärmung wird für Yucatán ein ähnlicher Rückgang der Niederschläge vorhergesagt wie er auch die Maya ereilte. ?Es gibt natürlich auch Unterschiede, aber die Warnung ist klar?, sagt Martín Melina-Elizalde. ?Was wie eine geringfügige Änderung der Wasserverfügbarkeit aussieht, kann zu bedeutenden, dauerhaften Problemen führen.? Heute könne man sich aber immerhin auf die Veränderungen vorbereiten.

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Martín Medina-Elizalde und Eelco Rohling (University of Southampton): Science, Bd. 335, S. 956 wissenschaft.de – Ute Kehse
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