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Merkel: "Bodenschutz stärker ins Blickfeld rücken"

In Bonn begann gestern die 9. Welt-Bodenschutz-Konferenz. Bis zum Freitag zerbrechen sich 800 Fachleute aus 120 Ländern den Kopf darüber, wie man den Erdboden vor weiterer Erosion schützen kann. Im Zentrum dieser Konferenz: die Einflüsse von Verstädterung und Industrialisierung.

Rund 1,5 Milliarden Hektar Ackerland und etwa 3,2 Milliarden Hektar Grünland gibt es auf der Erde. So gigantisch die Flächen scheinen, so bedrohlich sind die Statistiken, die die Internationale Bodenschutz-Organisation (ISCO) in Bonn verbreitete. Danach hat bereits heute ein Drittel des Ackerlandes und ein Fünftel des Grünlandes erheblich an Fruchtbarkeit verloren. Jährlich gehen der Menschheit zwei Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche verloren. Im Jahr 2010 werden für jeden Einwohner der Dritten Welt wegen Bevölkerungswachstum und Verstädterung nur noch zwei Drittel der gegenwärtig verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzfläche vorhanden sein. Auch Bodenerosion und Versauerung fordern ihren Preis. Doch anders als Gewässer- oder Klimaschutz ist der Bodenschutz bis heute kein Thema. Bundesumweltministerin Angela Merkel auf der Eröffnungspressekonferenz: „Der Schutz der Böden muß stärker ins Blickfeld der Politik gerückt werden. Dies ist ein Anliegen der Bundesregierung insgesamt.“

Böden sind die Grundlage aller terrestrischen Ökosysteme. Sind sie intakt, versorgen sie Pflanzen mit lebenswichtigen Nährstoffen und wandeln Schadstoffe um oder halten sie zurück. Deshalb sind nach Ansicht der ISCO die Hauptforschungsgebiete klar: Die Funktion der Böden im Naturhaushalt muß eingehender verstanden werden. Es fehlt an nachhaltigen Bewirtschaftungsformen, die an lokale Gegebenheiten und Traditionen angepaßt sind. Nur durch eine internationale Zusammenarbeit könne man der Überlastung der Böden durch den Menschen begegnen.

Dagmar Röhrlich, Angela Merkel
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