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Astronomie|Physik

Methan auf HD 189733b

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Solche Bilder vom Planeten HD 189733b sind bisher nur in der Vorstellung von Künstlern möglich. Bild: Giovanna Tinetti/ESA/NASA
Ein internationales Forscherteam hat erstmals organische Moleküle auf einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. In der Atmosphäre des Planeten HD 189733b wiesen die Forscher Spuren von Methan nach ? ein Kohlenwasserstoff, der auch auf Himmelskörpern wie dem Saturnmond Titan zu finden ist. Gleichzeitig konnten Forschungsleiter Mark Swain von der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa und seine Kollegen die Existenz von Wassermolekülen in der Atmosphäre von HD 189733b bestätigen. Frühere Ergebnisse hatten deren Vorhandensein bereits angedeutet. Spekulationen um mögliches Leben auf dem Planeten schieben die Forscher jedoch einen Riegel vor: Auf HD 189733b ist es viel zu heiß für jede bekannte Lebensform.

Methan ist der Ausgangspunkt für viele organische Verbindungen und wird unter anderem durch biologische Prozesse gebildet, etwa im Verdauungstrakt von Rindern. Die Wissenschaftlerin Giovanna Tinetti von der Europäischen Weltraumagentur ESA, die ebenfalls an der Studie beteiligt war, glaubt jedoch nicht an die Existenz von Leben auf HD 189733b: „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Kühe hier überleben können“, sagt sie scherzhaft mit Blick auf die Temperaturen. Diese können auf dem extrasolaren Planeten bis zu 900 Grad Celsius betragen ? deshalb trägt diese Planetenklasse auch den Beinamen „Heißer Jupiter“. Der Grund für diese hohen Temperaturen ist die Nähe von HD 189733b zu seinem Mutterstern. In nur zwei Tagen absolviert er einen Umlauf um den Stern namens HD 189733 A. Der Planet von der Größe des Jupiters befindet sich rund 63 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Fuchs.

Die Umläufe halfen den Forschern bei ihrer Untersuchung: Immer wenn sich der Exoplanet von der Erde aus gesehen vor seinen Mutterstern schob, konnten die Forscher mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops Daten über die Atmosphäre von HD 189733b gewinnen. Dazu analysierten sie die spezifische Zusammensetzung des Lichts, das während des Planetentransits aufgenommen wurde. Die unterschiedlichen Chemikalien in der Atmosphäre hinterlassen dabei eine Art Fingerabdruck im Lichtspektrum. So konnten die Forscher auch die Existenz von Wasser auf HD 189733b nachweisen. Darüber war bereits seit 2007 spekuliert worden, als das Spitzer-Weltraumteleskop Aufnahmen des Exoplaneten gemacht hatte.

Swain sieht in den Ergebnissen der Untersuchung eine Bestätigung der Vorgehensweise: “ Infrarot-Spektroskopie ist der Schlüssel für Studien dieser Art, weil sie am besten dazu geeignet ist, Moleküle aufzuspüren.“ Er will die Spektroskopie auch einsetzen, um die Atmosphäre von erdähnlichen Planeten zu analysieren, die sich in einer lebensfreundlichen Zone um ihren Fixstern bewegen. Eines Tages ließen sich so Luftdruck, Temperatur, Wolkenbedeckung und chemische Zusammensetzung von Planeten untersuchen, hofft Swain.

Mark Swain (Jet Propulsion Laboratory der Nasa) et al.: Nature, Bd. 452, S. 329 ddp/wissenschaft.de ? Markus Zens
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