Mit Gipsabdruck auf der Suche nach Leben - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Mit Gipsabdruck auf der Suche nach Leben

Eine Gruppe britischer Wissenschaftler will mit einem bestechend einfachen Verfahren nach den Spuren von Leben im All suchen: Sie wollen organische Substanzen mithilfe einer Plastikfolie aufspüren, die mit Negativabdrücken der entsprechenden Moleküle versehen ist. Wenn diese dann wie eine Hand in einen „Gipseindruck“ einpassen, schlägt ein Sensor Alarm. Die Forscher müssen nun allerdings ein Wettrennen gegen die Zeit gewinnen, um einen Platz auf der ExoMars Mission der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA zu gewinnen.

Das von Mark Sims von der Universität von Leicester angeführte Team will zunächst eine Reihe von Molekülkandidaten bestimmen, die als Anzeichen für das Vorhandensein von biologischer Aktivität dienen können. Dazu kämen etwa komplexe Kohlenwasserstoffe, Aminosäuren oder Nukleotide infrage.

Die Forscher wollen mittels eines Polymers Negativabdrücke dieser Moleküle herstellen, die daraufhin als spezifische Sensoren wirken können ? schließlich passt nur das Zielmolekül in seinen eigenen Abdruck hinein. Auf diesem Prinzip beruhende Sensoren werden zum Teil bereits in Laboratorien eingesetzt.

Für einen erfolgreichen Einsatz unter den extremen Bedingungen des Alls ist es allerdings notwendig, die Abdrücke in einem relativ harten Kunststoff herzustellen. Zugleich muss der komplette Sensor jedoch relativ leicht sein ? er darf ein Gewicht von 3 Kilogramm nicht überschreiten, um den Anforderungen der ExoMars Mission zu genügen.

Ob Mark Sims die europäische Forschergemeinde und die ESA von seinem Projekt überzeugen kann, muss sich erst noch zeigen. Allerdings hat er seine Fähigkeit, eine breite Unterstützung sowohl von Fachleuten als auch der Öffentlichkeit zu erlangen, schon in einem früheren Unterfangen bewiesen ? der leider erfolglosen Beagle-2 Marsmission, die zu Weihnachten 2003 bei ihrer Landung auf dem Mars verloren ging.

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Nature, Online-Nachrichtendienst

Stefan Maier
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