"Neugier" auf Reisen - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

"Neugier" auf Reisen

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Mit seinem zwei Meter langen Arm kann der Mars-Roboter Curiosity Gestein auf dem roten Planeten aus der Nähe untersuchen. (c) NASA/JPL-Caltech
Es wird eine Landung wie im Science-Fiction-Film: Ein Ufo fällt vom Himmel, bremst 20 Meter über der Oberfläche ab und lässt dann ein tonnenschweres Gefährt langsam an Seilen auf den Boden herab. So soll die Landung des Marsroboters Curiosity (?Neugier?) am 26. August 2012 auf dem roten Planeten aussehen (siehe Video). Am Samstag ist der 2,5 Milliarden Dollar teure Marsrover von einer Atlas-V-Trägerrakete ins All befördert worden.

Nicht nur bei der Landung, auch bei der Ausstattung des Roboters beschreitet die US-Raumfahrtagentur NASA neue Wege. Curiosity ist ein bestens ausgerüstetes, mobiles wissenschaftliches Laboratorium. Der Rover hat zehn Instrumente an Bord, um die Chemie und Mineralogie am Landeplatz zu untersuchen, dem fünf Kilometer tiefen Gale-Krater. Curiosity ist drei Meter lang ? doppelt so viel also wie seine langlebigen Vorgänger Spirit und Opportunity. Vor allem wegen des hohen Gewichts von fast einer Tonne musste die NASA auf den ?Himmelskran? als Landehilfe zurückgreifen: Airbags, wie sie den Aufprall von Spirit und Opportunity abfederten, hätten bei Curiosity nicht gereicht.

Während Spirit und Opportunity auf entgegengesetzten Seiten des Mars nach Hinweisen auf früher vorhandenes Wasser suchten, geht Curiositys Aufgabe einen Schritt weiter, denn dass auf dem Mars einmal Wasser existierte, daran zweifelt nach den Ergebnissen der letzten Jahre wohl kein Marsforscher mehr. Im Gale-Krater befand sich vor 3,5 Milliarden Jahren vermutlich ein See, wie Ton- und Sulfat-Minerale am unteren Rand der Kraterwände zeigen. Auch eine Art Flussdelta kündet von der Aktivität von Wasser. Der neue Rover soll nun herausfinden, ob die Umwelt im Gale-Krater früher einmal für Leben geeignet war.

Die wissenschaftlichen Instrumente an Bord erlauben hochgenaue chemische und mineralogische Analysen. Spirit und Opportunity konnten nur einzelne Elemente nachweisen. Auch Curiosity soll das tun, und zwar mithilfe eines Lasers. Aus einem Abstand von bis zu sieben Metern verdampft der Roboter kleine Felsproben und analysiert anhand des Spektrums die Zusammensetzung. An interessanten Stellen nimmt der Rover Proben mit einem Bohrer. Bis zu fünf Zentimeter tief kann Curiosity in den Untergrund vordringen. Das zermahlene Gestein schüttet er dann in eine Art Röntgen-Labor, mit dem er 7.000 verschiedene Mineralien unterscheiden kann.

Außerdem hat Curiosity einen Gas-Chromatographen und ein Massenspektrometer dabei. Zusammen können diese Analyse-Instrumente verschiedene organische Moleküle nachweisen und die Isotopen-Verhältnisse bestimmter chemischer Elemente messen. Damit verfügt Curiosity über Fähigkeiten, die weit über die der beiden Pioniere Spirit und Opportunity (der derzeit nach einem Platz zum Überwintern sucht) hinausgehen.

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Unter den Elementen, deren Isotopen-Verhältnis Curiosity analysieren kann, ist zum Beispiel Kohlenstoff. Leben auf der Erde nutzt bevorzugt den leichteren Kohlenstoff-12. Wenn Kohlenstoff-Proben auf dem Mars ebenfalls viel Kohlenstoff-12 enthalten, könnte das ein indirekter Hinweis auf die Existenz von Leben sein. Dennoch sucht die NASA nicht offiziell nach Leben auf dem Mars ? zu heikel erscheint es den Verantwortlichen offenbar, einen Misserfolg zu riskieren.

© wissenschaft.de – Ute Kehse
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