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Ohne El Nino ungenauere Wetter-Vorhersagen

Aus diesem Grund müssen in „normalen“ Jahren andere Faktoren berücksichtigt werden, erklärt John Roads, Direktor des experimentellen Klimazentrums an der Scripps Institution in San Diego. So könnten z.B. die Variablen Erdfeuchtigkeit und die Schneedecke in berücksichtigt werden. Entsprechende Computermodelle werde es allerdings erst in einigen Jahren geben.

Das Ausbleiben der unbeliebten Zeitgenossen kann negative Folgen für die Wirtschaft haben, erklärt Drew Lerner, Meteorologe des privaten Unternehmens Bridge Global Weather Services: „Falsche Vorhersagen können fatale Folgen für Wirtschaftstreibende haben, die versuchen, die Preise von Winterweizen oder Heizöl vorherzusagen.“ Aus diesem Grund werden private Wettervorhersage-Institute in den kommenden Jahren vermehrt auf geringfügige Wettereinflüsse wie z.B. Sonnenflecken achten müssen.

Wie unsicher die Wetterprognose wird, zeigt auch der Meeres-Physiker Tim Barnett vom Scripps Institution of Oceanography in San Diego. Für den kommenden Winter gebe es für San Diego keine Vorhersage, da die Indikatoren sowohl für extreme Trockenheit als auch für kräftige Niederschläge sprächen. Forscher glauben allerdings, daß es im kommenden Winter keine Stürme an der Atlantikküste geben werde und die Temperaturen um einiges kühler sein werden, als in den vergangenen Jahren. Mit Sicherheit kann das allerdings keiner sagen, so daß sich die Klimaforscher in den nächsten Jahren darauf konzentrieren müssen, ihre Modelle zu verbessern.

Ohne die Klimaphänomene El Nino und La Nina ist es Meteorologen nahezu unmöglich eine genaue Wetterprognose für das nächste Jahr zu machen. Nachdem die Jahre 1997 und 1998 El Nino – Jahre waren, denen eine zweijährige La-Nina-Periode folgte, steht uns nun ein „normales“ Jahr bevor, so der Ozeanograph und Klimaforscher William Patzert vom Nasa Jet Propulsion Laboratory in Pasadena.

In den letzen 20 Jahren haben die Wetter- und Klimaforscher gelernt, aus klimatischen Ereignissen Wetterprognosen für die folgenden Jahre zu erstellen. Auch wenn bisher noch unklar ist, wann das eine oder andere Phänomen auftritt, weiß man, daß bei El Nino warmes Oberflächenwasser ostwärts fließt, während bei La Nina kaltes Oberflächenwasser westwärts fließt. Daraus lassen sich Vorhersagen über Stürme und Trockenheit machen. Bleiben nun aber sowohl El Nino als auch La Nina aus, so William Patzert, wird das Wetter „normal“ und damit unvorhersehbar.

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Melanie Heilmann

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