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Astronomie+Physik

Passend zu den Sternsingern

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Darstellung der Sonde Solar and Heliospheric Observatory (SOHO). Credit: NASA/ESA/Alex Lutkus
Passend zur Zeit der Sternsinger feiern Astronomen ein Jubiläum: Die Sonde SOHO hat nun insgesamt 2.000 Kometen in unserem Sonnensystem entdeckt. Der neue Rekord ist dem polnischen Astronomiestudent Marcin Kusiak zu verdanken, der am 26. Dezember auf Aufnahmen der Sonde zwei neue Kometen identifizierte: Nummer 1.999 und schließlich auch Nummer 2.000. Die Sonde SOHO hat sich in den letzten Jahren als bester Kometenspürhund aller Zeiten erwiesen. Sie ist ein gemeinsames Projekt der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und ihrer europäischen Schwester ESA. „Seit dem Start am 2. Dezember 1995 haben ihre Aufnahmen die Zahl der bekannten Kometen verdoppelt“, sagt Joe Gurman vom NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt. Über den Meilenstein dieser astronomischen Erfolgsgeschichte berichtet die NASA auf ihrer Homepage.

Kometen sind kleine Himmelskörper, die auch als Schweifsterne bezeichnet werden. Der Grund: Sie ziehen meist einen Lichtschweif nach sich, der mehrere Millionen Kilometer lang sein kann. Der kleine und lichtschwache Komet Nummer 2.000 gehört zu der sogenannten Kreutz-Gruppe. Diese Himmelskörper kommen der Sonne auf ihrer Bahn sehr nahe. Sie werden deswegen auch als Sungrazer, also Sonnenstreifer bezeichnet. Vermutlich sind sie die Überreste eines großen Kometen, der einst die Sonne umkreiste und in viele kleine Stücke zerbrochen ist. Die Bruchstücke ziehen nun weiterhin ihre Bahnen um die Sonne.

Diese Kometen erscheinen zwar nicht als spektakuläre Schweif-Sterne an unserem Nachthimmel, sie liefern aber dennoch wichtige Informationen über diese Art der Himmelskörper: „Wir wissen nun, dass es wesentlich mehr von ihnen in unserem Sonnensystem gibt, als bisher angenommen“, sagt Karl Battams vom Naval Research Lab in Washington, einer der Hauptverantwortlichen bei der Erforschung der sonnennahen Kometen. „Auch ihr Ursprung und ihr Schicksal klären sich nun mehr und mehr auf“.

Der eigentliche Zweck von SOHO war gar nicht die Suche nach Kometen, sondern die Erforschung der Sonne. Aus diesem Grund hat die Sonde unser Zentralgestirn immer im Blick. Dadurch ergibt sich allerdings auch die günstige Beobachtungsposition zur Aufnahme der sonnennahen Kometen. SOHO kann allerdings nur das Rohmaterial für die Entdeckungen liefern. Die eigentliche Arbeit machen Freiwillige, die in den Aufnahmen nach Kometen suchen.

Über 70 Kometenjäger in 18 verschiedenen Ländern durchstöbern die öffentlich zugänglichen Bilder von SOHO. Darunter auch Marcin Kusiak, der Entdecker des Jubiläums-Kometen. Wenn jemand glaubt, eine Entdeckung gemacht zu haben, informiert er Karl Battams, der dann die Angaben überprüft, bevor er sie zum Minor Planet Center in Cambridge weiterleitet werden. Hier dokumentieren Wissenschaftler den neuen Kometen und berechnen seine Umlaufbahn. Auf diese Weise kam die Zahl von nunmehr 2.000 Kometen zustande.

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Mitteilung der NASA dadp/wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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