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Astronomie+Physik

Pause auf der Sonne

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Völlig ohne Flecken: Schon seit vielen Monaten herrscht Ruhe auf der Sonne. Bild: Nasa
Was ist bloß mit der Sonne los? Schon seit mehreren Jahren herrscht auf dem riesigen Feuerball eine ungewohnte Ruhe, berichteten Forscher auf einer Tagung mit dem Thema „Solar Variability, Earth’s Climate and the Space Environment“ im US-Staat Montana. Sonnenflecken tauchen nur sehr vereinzelt an der Oberfläche der Sonne auf. Da die dunklen magnetischen Anomalien häufig mit Eruptionen verbunden sind, kommt es als Folge auf der Erde seltener zu den gefürchteten Magnetstürmen. Das stürmische Weltraumwetter wird von geladenen Teilchen der Sonne hervorgerufen und kann Polarlichter, aber auch Stromausfälle erzeugen und Schaden bei Satelliten anrichten.

2001 erreichte die Sonne zum letzten Mal den Höhepunkt ihres elfjährigen Aktivitätszyklus. Für 2012 rechnen die Forscher mit dem nächsten Maximum. Doch bislang ist noch kein Aktivitätsanstieg zu verzeichnen, hieß es in Montana. Die Sonnenforscher rätseln daher seit Monaten, ob der nächste Zyklus überhaupt schon begonnen hat. „Sie ist immer noch tot“, sagte Saku Tsuneta vom National Astronomical Observatory von Japan, der das japanische Sonnenobservatorium Hinode betreut. Die Periode der Inaktivität dauert den Sonnenforschern zufolge zwar länger als üblich, das sei aber kein Grund zur Sorge.

Immerhin blieben die Sonnenflecken schon einmal 50 Jahre lang ganz aus: Von 1650 bis 1700 war die Sonne weitgehend fleckenlos und inaktiv, was womöglich zu einer Abkühlung der Erde führte – denn etwa zur gleichen Zeit erreichte die sogenannte „Kleine Eiszeit“ auf der Nordhalbkugel ihren Höhepunkt.

Wie lang die derzeitige Ruhepause dauern wird, kann niemand vorhersagen. Die Sonnenforscher warten jedenfalls schon gespannt auf das nächste Maximum. Inzwischen haben sie sich an ihr neues Instrumentarium ? außer Hinode ist seit einiger Zeit auch der Doppelsatellit Stereo der Nasa im Einsatz ? gewöhnt. Bald können sie die Satelliten nutzen, um die Sonne auf dem Höhepunkt ihrer Aktivität in ungeahnter zeitlicher und räumlicher Auflösung zu fotografieren. Die Hinode-Forscher haben bereits zusätzliche Bodenstation in Norwegen, Indien, Alaska und am Südpol eingerichtet, um die Signale des Weltraumteleskops auch dann auffangen zu können, wenn der Empfang durch Teilchenstürme oder andere Aktivitäten der Sonne in bestimmten Regionen gestört ist.

Mitteilung der Montana State University Ute Kehse
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