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Persönlich

Politik in den Sternen

Er ist der Herr über die größten Teleskope dieser Welt. Doch zu Hause hat der Niederländer Tim de Zeeuw nicht einmal ein Hobbyteleskop. „Ich habe den Himmel nur selten durch ein Teleskop gesehen“, sagt der 50-jährige Astronomie-Professor lachend. Dennoch wird der Leiter des Observatoriums in Leiden (Niederlande) im September neuer Generaldirektor des European Southern Observatory (ESO).

De Zeeuw hat in Leiden Astronomie studiert, weil er sich nicht zwischen Mathematik- und Physikstudium entscheiden konnte. Ein Astronomiestudium vereinte zunächst beides, „sodass ich mir noch hätte aussuchen können, was ich letzten Endes machen wollte“, erzählt de Zeeuw. Ein Aufenthalt in Princeton bei dem Astrophysiker Martin Schwarzschild schließlich begeisterte de Zeeuw für die Sternenwelt – allerdings mehr theoretisch als praktisch. Seine Dissertation schrieb er dann über den Aufbau von Galaxien und später machte er durch theoretische Arbeiten über Ursprung und Struktur junger Sterne von sich reden. „Ich war schon immer begeisterter Theoretiker“, erklärt de Zeeuw.

Als Leiter der ESO muss er in den nächsten fünf Jahren die Wissenschaftler von derzeit 12 Ländern unter einen Hut bringen. In der Praxis heißt das, dass er neben theoretischer Astronomie auch die hohe Kunst der Politik beherrschen muss. Übung hat er in beidem. 1993 wurde er Gründungsdirektor von NOVA. Diese Organisation koordiniert die Ausbildung und die Forschung an den fünf Astronomie-Instituten der Niederlande. „NOVA hat die Astronomieforschung bei uns deutlich verbessert“, freut sich de Zeeuw.

Jetzt aber sind erst einmal die Weichen für die europäische Astronomie der nächsten 15 Jahre zu stellen. Dabei gibt es viel zu tun. Zurzeit wird etwa auf 5000 Meter Höhe in Chile ein neues großes Radioteleskop in Betrieb genommen, das „Atacama Large Millimeter Array“ (ALMA). Für die fernere Zukunft haben europäische Forscher unter Leitung von de Zeeuw gerade den Fahrplan erstellt. Details will de Zeeuw noch nicht preisgeben und hüllt sich in vielsagendes Schweigen. Aber eines steht immerhin fest: Zu dem schon vorhandenen „Very Large Telescope“ (VLT) in Chile wird zusätzlich noch das „Extremely Large Telescope“ (ELT) mit einem Spiegeldurchmesser von 42 Metern gebaut.

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