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Astronomie+Physik

Planetarer Baby-Boom

Je mehr schwere Elemente in einem Stern enthalten sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass er ein Planetensystem besitzt. Das berichtete die Astronomin Debra Fischer von der University of California in Berkeley auf der Tagung der International Astronomical Union in Sydney.

Fischer analysierte zusammen mit Kollegen die Spektren von 754 sonnenähnlichen Sternen zwei Jahre lang mit dem Weltraumteleskop Hubble. Von 61 dieser Sterne war bekannt, dass sie von mindestens einem Planeten umkreist werden, die 693 anderen ziehen ohne bekannten Begleiter ihre Bahn durch die Milchstraße. Die Forscher interessierten sich besonders für den Metallgehalt der Sterne. Als Metall bezeichnen Astronomen alle Elemente, die schwerer als Helium sind.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf die Elemente Eisen, Nickel, Titan, Silizium und Natrium. Sie fanden heraus, dass Sterne wie die Sonne, die 0,0032 Prozent Eisen enthält, eine etwa fünfprozentige Chance auf ein Planetensystem haben. Metallreiche Sterne dagegen, die drei Mal so viel Metalle enthalten wie die Sonne, werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent von Planeten umkreist. Von den 29 metallärmsten Sternen der Untersuchung hatte dagegen kein einiger einen planetaren Begleiter.

Die Forscher führen das darauf zurück, dass die schwereren Elemente leichter zusammenklumpen und so die Saatkörner für Planeten bilden. Da sich ein Stern und sein Planetensystem aus dem gleichen Grundmaterial bilden, sagt die Zusammensetzung des Sterns etwas darüber aus, ob bei seiner Entstehung überhaupt genug Baumaterial für Planeten vorhanden war.

Fischer und ihre Kollegen schließen daraus, dass heutzutage geborene Sterne daher häufiger von Planeten umgeben sind als ältere Sterne. Da Metalle bei Supernova-Explosionen entstehen, standen diese Elemente den ersten Sternen noch gar nicht zur Verfügung. „Es gibt einen planetaren Baby-Boom“, sagt Fischers Kollege Jeff Valenti vom Space Telescope Science Institute.

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Ute Kehse
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