Planetenschmuck in Blau und Rot - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Planetenschmuck in Blau und Rot

Die beiden äußersten Ringe um den Planeten Uranus sind rot und blau. Das hat ein amerikanisches Forscherteam beim Vergleich von Bildern im sichtbaren Licht und im nahen Infrarotlicht herausgefunden. Damit haben sie nach Saturns E-Ring den zweiten blauen Ring im Sonnensystem entdeckt. Die Wissenschaftler fanden außerdem Ähnlichkeiten zwischen den Ringsystemen von Uranus und Saturn.

Die Astronomen Mark Showalter und Jack Lissauer entdeckten im Jahr 2005 die beiden neuen Uranusringe und zwei neue Monde auf Fotos, die vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen worden waren. Imke de Pater und ihr Team hatten Uranus seit dem Jahr 2000 mit dem Keck-Teleskop in Hawaii beobachtet, im Gegensatz zu ihren Kollegen allerdings mit einer Infrarotkamera. Auf den Infrarotbildern war nur der innere von den zwei neuen Ringen zu erkennen, der äußere blieb im infraroten Bereich des Lichts unsichtbar und musste somit eine blaue Farbe haben. Auch der in den äußersten Ring eingebetteten Mond Mab war auf den Infrarotbildern nicht zu finden. Wahrscheinlich ist Mab von absorbierendem Wassereis bedeckt, erklären die Forscher.

Der äußerste Uranusring ähnelt mit seiner blauen Farbe und dem eingebetteten Mond Mab stark Saturns ebenfalls blauem E-Ring, der in der Umlaufbahn des Mondes Enceladus liegt. Wahrscheinlich hat die blaue Farbe der beiden Ringe auch eine ähnliche Erklärung, sagen die Astronomen: Schwache Kräfte verteilen kleine Ringpartikel im Ring, während größere Teilchen vom Mond wieder aufgesammelt werden. Übrig bleibt ein breiter Ring aus sehr kleinen Teilchen, die vor allem blaues Licht reflektieren.

Quelle der Ringpartikel ist sowohl beim Uranus als auch beim Saturn der im Ring eingebettete Mond. Doch während Saturns Mond Enceladus aktiv ist und ständig kleine Staub- und Eispartikel in seine Umlaufbahn schleudert, kommt diese Erklärung bei Uranus Mond Mab, der ein inaktiver und felsiger Körper ist, nicht in Frage. Hier schleudern Meteoriteneinschläge Trümmer ganz verschiedener Größen in die Mondumlaufbahn, berichten die Wissenschaftler.

Ähnlichkeiten fanden die Wissenschaftler auch zwischen Saturns G-Ring und dem inneren der neu entdeckten Uranusringe. Beide erscheinen rötlich und enthalten vermutlich Partikel ganz verschiedener Größen, die ganz verschiedene Wellenlängen reflektieren. Die rote Farbe dominiert hier nach Vermutung der Forscher nicht nur wegen der vielen größeren Partikel ? von einigen Mikrometern bis zu Metern ? sondern auch, weil das Material selbst eine rötliche Farbe haben könnte.

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Imke de Pater ( Universität von Kalifornien, Berkeley) et al.: Science, Bd. 312, S. 92 ddp/wissenschaft.de ? Andrea Boller
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