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Astronomie+Physik

Platz zwei der hellsten Sterne

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Ein Stern im Pfingstrosen-Nebel nahe dem Zentrum der Milchstraße könnte mit dem Rekordhalter in Sachen Helligkeit, Eta Carinae, gleichziehen. Bild: Nasa/JPL-Caltech/Universität Potsdam
Der hellste Stern in der Milchstraße hat Konkurrenz bekommen: Deutsche Astronomen haben in einem Sternennebel nahe dem Zentrum unserer Galaxie einen Stern ausgemacht, der rund 3,2 Millionen Mal soviel Energie aussendet wie unsere Sonne. Damit liegt der wegen seiner Form und Farbe vorläufig Pfingstrosen-Nebelstern genannte Himmelskörper zwar leicht unter der Helligkeit des Rekordhalters Eta Carina, doch sind solche Helligkeitsmessungen so ungenau, dass er durchaus noch an die Spitze aufrücken könnte. Die Helligkeit des Pfingstrosen-Nebelsterns haben Astronomen um Lidia Oskinova vom der Universität Potsdam mit Messdaten des Weltraumteleskops Spitzer berechnet, teilt die amerikanische Weltraumbehörde Nasa mit, die Spitzer unterhält.

Die Forscher richteten das Spitzer-Weltraumteleskop und eine weiteres Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile auf den Pfingstrosen-Nebel im Sternbild Schütze. Infrarotes Licht durchdringt diesen Nebel im Gegensatz zu sichtbarem Licht, so dass sie den im Nebel verborgenen Stern weiter untersuchen konnten. Aus den heftigen Emissionen, vergleichbar dem Sonnenwind, konnten sie auf die vermutete Helligkeit von 3,2 Millionen Sonnen schließen. Der Rekordhalter Eta Carinae im Sternbild Kiel des Schiffes im Südhimmel liegt mit der 4,7-millionenfachen Sonnenemission etwas darüber.

Die Forscher interessieren sich allerdings weniger dafür, wer den Rekord hält oder bricht, sondern wie diese Sterne überhaupt existieren können. Beide Sterne gehören zu den sogenannten Wolf-Rayet-Sternen, blauen Riesen, die etwa 100 bis 200 Sonnenmassen auf die Waage bringen. Der Pfingstrosten-Nebelstern hat einen Durchmesser vom 100-fachen der Sonne. Die Forscher schätzen, dass er nicht sehr alt werden wird. In wenigen Millionen Jahren wird er sein Leben als Sternenexplosion, einer sogenannten Supernova, aushauchen.

Schon jetzt erreicht der von ihm ausgehende Sonnenwind Geschwindigkeiten von über einer Million Kilometer pro Stunde. Erst mit einem verfeinerten Modell dieses Teilchenstroms konnten die Forscher die Beobachtungsdaten des Sterns zuverlässiger interpretieren. Der Teilchenstrom ist vermutlich die Ursache für den umgebenden Nebel, erläutern die Forscher.

Mitteilung derNasa ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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