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Astronomie+Physik

Pluto, der Pate

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Pluto und Eris sind die ersten Mitglieder der neuen Kategorie von Kleinplaneten. Bild: IAU
Vor zwei Jahren hat die International Astronomical Union den ehemaligen neunten Planeten Pluto zum Zwergplaneten degradiert. Um die Schmach wiedergutzumachen, hat eine eigens eingesetzte Kommission nun eine neue Kategorie von Himmelskörpern eingeführt, zu der Pluto und ähnliche Objekte ab sofort gehören sollen: die Plutoiden.

Plutoiden sind demnach hell leuchtende Himmelskörper jenseits der Neptunbahn, die von den drei Planetenkriterien nur zwei erfüllen: Sie sind rund, kreisen in einem eigenen Orbit um die Sonne, sind aber nicht groß genug, um ihre Nachbarschaft von anderen Himmelskörpern freizuräumen. Außer Pluto ist bislang erst ein weiterer Plutoid bekannt, und zwar der Zwergplanet Eris. Mit Eris‘ Entdeckung 2005 begann die bis heute andauernde Planetendebatte: Eris hat einen etwas größeren Durchmesser als Pluto und wurde kurzzeitig als zehnter Planet des Sonnensystems gefeiert ? bis die IAU beide zu „minor bodies“ degradierte.

Für den Planetenforscher Alan Stern klingt der Name „Plutoiden“ wie eine Mischung aus Hämorrhoiden und Asteroiden. „Diese Objekte sind aber Planeten und keine Asteroiden“, bemängelt der Forscher von der University Space Research Association in Maryland gegenüber der Zeitschrift „New Scientist“. Hätte Pluto keine Eisoberfläche, sondern wäre von Staub bedeckt, würde er ebenfalls nicht in die Kategorie passen. Für Verwirrung sorgt nach Meinung einiger Astronomen auch die Tatsache, dass der Kleinplanet Ceres nicht zu den Plutoiden gehört, weil er im Asteroidengürtel zwischen Jupiter und Mars kreist. „Nach gegenwärtigem Wissensstand ist Ceres das einzige Objekt seiner Art, deswegen wird keine eigene Kategorie für Ceres-ähnliche Zwergplaneten vorgeschlagen“, heißt es vonseiten der IAU.

Mitteilung der IAU Ute Kehse
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