Puls der Erde: In Kalifornien haben Forscher das genaueste System zur Erdbebenvorhersage installiert - wissenschaft.de
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Puls der Erde: In Kalifornien haben Forscher das genaueste System zur Erdbebenvorhersage installiert

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Wissenschaftler haben in Kalifornien ein neues Erdbebenüberwachungssystem in Betrieb genommen. Das Southern California Integrated GPS Network (SCIGN) nutzt Satellitendaten des Global Positioning System (GPS) und kann selbst millimeterkleine Verschiebungen des Untergrunds erfassen.

Dank SCIGN steht kalifornischen Wissenschaftlern jetzt das beste Instrument seit Erfindung des Seismographen zur Verfügung, sagt Tom Henyey, Professor für Geowissenschaften an der University of Southern California. Das System überwacht eine der seismisch aktivsten Regionen der Welt. Die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien markiert als sichtbare Störungslinie den Bereich, wo Nordamerikanische und Pazifische Platte aufeinanderstoßen. Die Bewegungen lösen regelmäßig starke Erdbeben aus, die Städte wie Los Angeles und San Francisco erschüttern.

Ein Netzwerk von 250 in Südkalifornien verteilten GPS-Stationen liefert künftig Daten über den langsamen aber ständigen Aufbau von Spannungen zwischen den einzelnen Erdplatten, die sich plötzlich in Erdbeben entladen können. Es erlaubt präzisere und zeitgenauere Erdbebenprognosen als bisher und soll das Risiko für die kalifornische Bevölkerung minimieren. „Das Programm fühlt den ‚Puls der Erde'“, sagt John Filson von der Behörde US Geological Survey (USGS).

Forscher, Behörden und Notfallstäbe rufen bereits jetzt monatlich rund 50.000 SCIGN-Informationen ab und werten sie aus. Im Internet sind sie auch für die Bevölkerung unter www.scign.org einsehbar. Vermessungsingenieure nutzen die Daten zur besseren Überwachung von Grundstücksgrenzen, da sich einmal gesetzte Grenzmarkierungen durch Erdbewegungen in Kalifornien häufig verschieben. Auch der Straßenbau soll profitieren: Sind sensible Spannungszonen bekannt, könnten dort verlaufende Autobahnen stabiler konstruiert werden.

SCIGN wird derzeit durch eine Laserstation entlang des sogenannten Glendale Freeway ergänzt. In einer 600 Meter langen Röhre schießt ein Laser hin und her. Winzige Positionsabweichungen signalisieren Bewegungen der Erde. „Der Laser ist so empfindlich, dass er selbst die Verschiebung des Beckens von Los Angeles um die Breite eines Haares registieren würde“, berichtet Frank Wyatt von der Scripps Institution of Oceanography. Es gibt Pläne, das Überwachungssystem eines Tages auf ein Gebiet von Mexiko bis Alaska auszudehnen.

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Almut Bruschke-Reimer
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