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Astronomie+Physik

Pulsar im Kern eines Supernova-Überrestes gefunden

Beim gewaltsamen Tod massiver Sterne entstehen oft rotierende Neutronensterne, so genannte Pulsare. Jetzt ist es einem Team amerikanischer Forscher erstmals gelungen, eine enge Verbindung zwischen einem Pulsar und seinem Vorgängerstern herzustellen.

John Hughes von der Rutgers University und Kollegen berichten in den Astrophysical Journal Letters, dass sie die Explosionswolke einer Supernova im Sternbild Zentaur mit dem Röntgenteleskop Chandra beobachteten. Im Zentrum des Supernova-Restes „G292.0+1.8“ entdeckten sie eine punktförmige, pulsierende Röntgenquelle – offensichtlich ein Pulsar, der bei der Explosion der Supernova vor 1600 Jahren übrig geblieben war.

Theorien zufolge entstehen Pulsare beim Kollaps des Kerns eines schweren, sauerstoffreichen Sterns, während die äußere Hülle bei der Explosion weggeblasen wird. Bislang konnte aber noch kein Pulsar direkt mit einer besonders sauerstoffreichen Supernova in Zusammenhang gebracht werden. In der Explosionswolke von G292.0+1.8 fanden die Forscher überdurchschnittlich viel Sauerstoff, Neon, Magnesium, Silizium und Schwefel.

Bislang waren zwar schon zwei andere sauerstoffreiche Supernova-Reste in der Milchstraße bekannt, G292.0+1.8 liegt jedoch so nah an der Erde, dass die chemische Zusammensetzung der Explosionswolke besonders gut untersucht werden kann. Dieser Typ von Supernova-Relikten interessiert die Astronomen besonders, weil dabei die Elemente entstehen, aus denen Planeten und Lebewesen hauptsächlich bestehen.

Ute Kehse
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