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Riesen-Kopffüßer in Arkansas entdeckt

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Von links: Jonathan Gillip, Sarah Kee, Kevin Morgan (Foto: University of Arcansas
Drei Geologiestudenten von der University of Arkansas ist ein sensationeller Fund geglückt: Bei der Suche nach Versteinerungen haban Sarah Kee, Kevin Morgan und Jonathan Gillip am vergangenen Montag das größte bislang bekannte Fossil eines Kopffüßers entdeckt. Die Schale des Cephalopoden, eines Verwandten des heutigen Nautilus, hatte eine Länge von knapp zweieinhalb Metern.

Im Gegensatz zu Nautilus mit seinem spiralförmigen Gehäuse hatten die Vertreter der Art Rayonnoceras solidiforme gerade, kegelförmige Häuser. Das jetzt entdeckte Tier lebte vor etwa 325 Millionen Jahren im Erdzeitalter Karbon, als ein flaches Meer große Teile der USA bedeckte. Gewöhnlich wurden die Kopffüßer dieser Art nur etwa einen Meter groß. Bereits 1963 wurde in der Gegend allerdings ein anderer, etwa zwei Meter großer Koloss gefunden.

Beide Exemplare wurden so groß, weil sie unfruchtbar waren und deswegen älter wurden als ihre Artgenossen, vermutet der Professor der Studenten, Walter Manger. Ähnlich wie moderne Tintenfische paarten sich die Urzeit-Kopffüßler im Alter von drei oder vier Jahren und starben nach der Eiablage. Nach Mangers Theorie wurden die beiden Giganten durch Parasiten steril, lebten vielleicht Jahrzehnte und konnten ihre Energie in ihr Wachstum und nicht in die Vermehrung stecken. Dafür spricht auch die Tatsache, dass bei beiden Exemplaren die Spitze der Schale beschädigt ist. Nach Mangers Meinung geschah dies schon zu Lebzeiten durch Parasiten, die sich durch die Schale bohrten.

Wie die University of Arkansas in einer Presseerklärung mitteilt, ist das jetzt entdeckte Fossil außergewöhnlich gut erhalten. Doch der Fund sei doppeltes Glück gewesen. Denn möglicherweise hätte der nächste größere Regen die empfindliche Versteinerung, die nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche lag, zerstört.

Ute Kehse
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