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Riff vor der Küste Australiens gefunden

Australische Meeresforscher haben ein bislang unbekanntes Korallenriff entdeckt. Es liegt im Golf von Carpentaria vor der Nordküste Australiens in einer ungewöhnlichen Tiefe von 30 Metern. Der Fund deutet darauf hin, dass es weitere Riffe in wenig untersuchten Gewässern geben könnte, berichten die australische Forschungsbehörde Geoscience Australia .

Fünf Tage lang kartierten die Forscher den Meeresgrund mittels eines Echolots. Anhand der Bilder entdeckten sie, dass sie sich über einem Riff befinden mussten. Als sie eine Videokamera ins Wasser ließen, sahen sie eine große Anzahl blühender Korallen. Im Echolot ähnelte das Riff einer verlorenen Stadt mit einer extrem flachen Oberfläche und stark abfallenden Seiten.

Ursprünglich wollten die Wissenschaftler den Transport und die Ausbreitung von Sedimenten aus Küstenflüssen in den Golf von Carpentaria untersuchen. Dieser Golf ist ein seichtes Meer zwischen der Halbinsel York vor der Küste von Queensland und Cape Arnhem im Northern Territory. Anhand von Satellitenbildern hatten sie die sich bewegenden Sedimente ausgemacht. Diese entpuppten sich allerdings nur als Sand und Schlick. Statt dessen fanden die Forscher das unbekannte Riff mit einer Ausdehnung von 120 Quadratkilometern. Damit ist es dreimal größer als die Insel Tasmanien.

Nach ihren Studien nehmen die Forscher nun an, dass Riffe im Golf von Carpentaria weit verbreiteter sind als ursprünglich angenommen. Bisher waren sie davon ausgegangen, dass der Golf zu warm für Korallen sei. Außerdem können Sedimente in dem trüben Wasser die Korallen unter sich begraben. Auch die Tiefe, in der das Riff liegt, ist ungewöhnlich. Normalerweise wachsen Korallen bis an die Wasseroberfläche, abgesehen von einigen Ausnahmen in der Karibik und den Florida Keys.

„Ich vermute, dass sich dort unten Korallen mit einer Anpassung an geringe Lichtstärken befinden. Die Population dort könnte einzigartig sein“, mutmaßt Paul Marshall vom Nationalpark des Great Barrier Reef. Im nächsten Jahr will das Forscherteam zu dem neuentdeckten Riff zurückkehren.

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Christine Harbig
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