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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Salziger Eissee in der Antarktis beherbergt Mikroben

In den eisfreien Tälern des Transantarktischen Gebirges haben Forscher die Geheimnisse eines äußerst merkwürdigen Sees ans Licht gebracht. Unter einer 19 Meter dicken Eisschicht verbirgt der sieben Quadratkilometer große Lake Vida im Victoria Valley eine flüssige Salzlauge, deren Schmelzpunkt unter minus zehn Grad Celsius liegt, berichten Peter Doran von der University of Illinois und Kollegen im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (doi 10.1073).

Bislang wurde angenommen, dass Lake Vida von der Oberfläche bis zum Boden gefroren ist. Radarmessungen und Bohrungen zeigten jedoch, dass die Eisschicht bei 19 Metern endet und sich darunter eine Lauge befindet, die sieben mal so salzig ist wie Meerwasser. Wie tief der See insgesamt ist, konnten die Forscher nicht herausfinden, weil die Radarstrahlen die Salzlauge nicht durchdringen konnten.

In den Bohrungen entdeckten die Forscher kurz über der Wasseroberfläche Schichten im Eis, in denen viel Sediment und außerdem Mikrobenmatten enthalten waren. Sie fanden heraus, dass das Eis vor etwa 2800 Jahren abgelagert worden sein muss. Die Mikroben, vor allem Cyanobakterien, waren lebenstüchtig, nachdem sie aufgetaut wurden. Die Forscher um Doran schreiben, dass auch in der Salzlauge selbst durchaus Mikroben leben könnten.

Allerdings ist die Eisdecke von Lake Vida, anders als bei anderen Seen in den Dry Valleys, nur wenig durchlässig für Licht, so dass die Bedingungen für Fotosynthese schwierig sind.
Die Forscher berechneten, dass im Sommer höchstens die obersten zwei Meter der Eisdecke von Lake Vida auftauen. Wenn Schmelzwasser von den umliegenden Gletschern in das Victoria Valley fließen, wird der See von dem mit Sediment angereicherten Schmelzwasser überflutet. Die Eischicht versiegele jedoch das salzige Seewasser, das offenbar seit fast 3000 Jahren von der Umwelt abgeschlossen ist.

Wie Doran und Kollegen schreiben, ist es denkbar, dass Seen in der zentralen Antarktis wie der Lake Wostok, die heute von mehr als 3000 Metern Eis bedeckt sind, vor dem Einsetzen des Eiszeitalters ähnlich aussehen wie Lake Vida. Auch auf dem Mars könnten solche eisbedeckten Salzseen das letzte Stadium vor der völligen Austrocknung des Planeten gewesen sein.

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Ute Kehse
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