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Sauerstoffmangel löste Perm-Trias-Sterben aus

Das schlimmste Massensterben der Erdgeschichte an der Grenze vom Perm zur Trias wurde wahrscheinlich durch einen Mangel an Sauerstoff ausgelöst. Die Tiere waren plötzlich Verhältnissen ausgesetzt, wie sie sonst in 5.000 Metern Höhe herrschen. Das schreiben amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Geological Society of America Bulletin (Bd. 115, Nr. 9, S. 1133).

Vieles spricht dafür, dass an der Perm-Trias-Grenze vor 250 Millionen Jahren Unmengen von Methan freigesetzt wurden, wahrscheinlich aus Methanhydrat-Reserven im Meeresgrund oder aus Permafrostgebieten. Das Methan wurde in der Atmosphäre zu Kohlendioxid oxidiert. Dies sei die Ursache für den Sauerstoffmangel gewesen, berichten Gregory Retallack von der University of Oregon und seine Kollegen. Die Forscher hatten Bodenschichten aus der Zeit der Katastrophe in Südafrika untersucht.

Das Ökosystem änderte sich damals drastisch, fanden sie heraus. Die Böden zeigen an, dass sich ein Wechsel von einer trockenen Steppenlandschaft zu einem wärmeren, feuchteren Klima vollzog, in dem eine offene Waldlandschaft gedieh. Die vielfältigen, spezialisierten Reptilien, die am Ende des Perms gelebt hatten, starben zum größten Teil aus. Die Vorfahren von Säugern und Dinosauriern konnten sich nur knapp ins Erdmittelalter retten, das mit der Trias begann.

Der überlebende Lystrosaurus, der erste bekannte Saurier aus der Trias, hatte eine kurze Schnauze, eine fassförmige Brust, verkürzte Lendenwirbel und verstärkte Brustwirbel. Der Vierbeiner hatte keinen bevorzugten Lebensraum. All das spreche dafür, dass Lystrosaurier an Sauerstoff-Mangel angepasst gewesen sei. Auch bei Mollusken entdeckten die Forscher Hinweise an eine solche Adaptation.

Das größte Massensterben der Erdgeschichte, bei dem Schätzungen zufolge 90 Prozent aller Landtierarten ausstarben, sei das Resultat einer Verschmutzung der Atmosphäre durch Kohlenwasserstoffe gewesen, schließen Retallack und seine Kollegen.

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Ute Kehse
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