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Astronomie+Physik

Schwarze Löcher setzen Gewichtslimit für Galaxien

Schwarze Löcher sind nicht die alles verschlingenden Monster, für die sie gehalten werden. Zwei Astronomenteams belegen jetzt mit Aufnahmen des Röntgenteleskops Chandra, dass supermassive Schwarze Löcher die Entstehung neuer Sterne anregen und in den Galaxien, die sie umgeben, für Ordnung sorgen.

Die Forscherteams um Andrew Fabian von der britischen Cambridge University und Caleb Scharf von der Columbia University in New York berichten in den Fachblättern „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ und „The Astrophysical Journal“, dass Schwarze Löcher über energiereiche Teilchenstrahlen, so genannte Jets, das Gas in der Umgebung ihrer Galaxie aufheizen. Dadurch regulieren sie den Materiefluss ins Zentrum der Galaxien und regen gleichzeitig die Entstehung von Milliarden neuer Sterne an.

Die Gaswolke, die die zwölf Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxie 4C41.17 umgibt, ist die größte Quelle infraroten Lichts, die jemals beobachtet wurde. Wie die Forscher schreiben, regt die Strahlung der Schwarzen Löcher die Bildung neuer Galaxien an, die zunächst zu größeren Galaxien und schließlich zu riesigen Clustern verschmelzen.

„Die Tatsache, dass die Schwarzen Löcher eine große Energiemenge auf die umliegenden Gaswolken übertragen, hilft uns, einige verwirrende Eigenschaften jüngerer Galaxienhaufen zu verstehen“, sagt Andrew Fabian.

Die Chandra-Aufnahmen belegen, dass energiereiche Röntgenstrahlung aus dem Zentrum der Galaxien die Wolken aufheizt. Sie entstehe, wenn Elektronen aus den Teilchenstrahlen mit den Photonen der kosmischen Hintergrundstrahlung zusammenstoßen. Zu der Zeit, als das auf der Erde aufgenommene Licht die beiden beobachteten Galaxien verließ, war das Universum noch wesentlich jünger und die kosmische Hintergrundstrahlung stärker als heute.

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Ute Kehse
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