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Astronomie+Physik

Sechslinge!

Astronomen haben einen sonnenähnlichen Stern namens Kepler-11 entdeckt, der von mindestens sechs Planeten umkreist wird. Die fünf inneren gehören dabei zu den kleinsten Exoplaneten, die Astronomen jemals aufgespürt haben – sie besitzen zwischen 2,3- und 13,5-mal so viel Masse wie die Erde. Auch ihre Umlaufbahnen sind bemerkenswert: Sie bleiben eng beieinander, umkreisen ihr Zentralgestirn in einer sehr geringen Entfernung und benötigen für einen Umlauf nur 10 bis 47 Tage. Würde man sie in unser Sonnensystem transferieren, lägen die Bahnen alle innerhalb der des Merkurs, des sonnennächsten Planeten unseres Systems. Der sechste Planet hat sich dagegen von den anderen abgesetzt und braucht 118 Tage, um seinen Stern zum umkreisen. Das Sternensystem ist damit gleich in mehrerer Hinsicht außergewöhnlich, denn es gibt bisher nur wenige Sterne, von denen mehr als ein Planet bekannt ist. Die Planetenfamilie um Kepler-11 könnte somit spannende Einblicke in die Entstehung von Sonnensystemen und auch der Planetenbewegungen ermöglichen, sagen die Wissenschaftler.

Die Entdeckungen haben die Forscher dem Kepler-Weltraumteleskop zu verdanken, das seit 2009 von einer Erdumlaufbahn aus ins Weltall späht. Es wurde speziell für die Suche nach Planeten in fernen Sternensystemen entworfen. Es kann die Exoplaneten anhand der schwachen Lichtveränderung aufspüren, die sie auslösen, wenn sie vor ihrem Mutterstern vorbeiziehen. Die Stärke der Abschattung liefert den Wissenschaftlern dabei Informationen darüber, wie groß der Durchmesser des Planeten ist. Die Zeit zwischen den Passagen offenbart darüber hinaus seine Umlaufzeit. „Sie ist im Fall von Kepler-11 allerdings nicht perfekt periodisch – das ist wiederum eine Folge der Beeinflussung der Planeten untereinander“, erklärt Daniel Fabrycky von der University of California in Santa Cruz, einer der Co-Autoren der Studie. Damit lassen sich Modelle erstellen, die Rückschlüsse auf die Masse der Planeten ermöglichen.

Ein fremdes Sechs-Planeten-System ist für die Wissenschaftler nach eigenen Aussagen so aufregend, weil es die Möglichkeit bietet, Vergleiche zwischen Planeten im selben System anzustellen. Zwar haben Kepler und andere Teleskope bereits mehr als 100 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, aber die überwiegende Mehrheit von ihnen sind einzelne jupiterähnliche Gasriesen, betonen die Forscher. Das Kepler Weltraumteleskop soll nun weitere Daten über das System von Kepler-11 gewinnen. Davon versprechen sich die Astronomen genauere Informationen über die Eigenschaften der Planeten und ihre Beziehungen untereinander.

Jack Lissauer (Ames Research Center der US-Weltraumagentur NASA) et al: Nature, Bd. 470, S. 53 dapd/wissenschaft.de – Martin Vieweg
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