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Astronomie+Physik

Sonne bleibt weiter hoch aktiv

Nach einer Woche mit stürmischem Weltraumwetter hat sich am Sonntag eine weitere Eruption auf der Sonne ereignet. Die Wolke aus geladenen Teilchen, die dabei ins All geschleudert wurde, fliegt zwar nicht direkt in Richtung Erde, wird den Planeten aber wahrscheinlich streifen, meldet der Internet-Dienst Spaceweather.com.

Die beiden so genannten Sonnenfackeln, die letzte Woche erschienen, erhielten auf der Skala für Sonnenstürme die Kategorien X17 und X12 und gehören damit zu den 20 stärksten jemals gemessenen Ereignissen. Der Ausbruch am Sonntag erreichte immerhin die Kategorie X8 oder X9. Allerdings wird der riesige Sonnenfleck, von dem die Eruptionen ausgehen, in den nächsten Tagen auf der von der Erde aus nicht sichtbaren Seite der Sonne verschwinden. Dann hat die ungewöhnliche, anhaltende Aktivität der Sonne erst einmal ein Ende.

Die beiden heftigen Stürme der vergangenen Woche waren nach Meinung vieler Experten einzigartig: Abgesehen davon, dass zwei Eruptionswolken innerhalb von zwei Tagen genau zur Erde flogen, waren die Teilchenwolken auch noch besonders schnell. Sie brauchten für die 150 Millionen Kilometer nur 19 Stunden. Die meisten Eruptionswolken sind 48 Stunden unterwegs.

Außerdem wurden die Ausbrüche auf der Sonne von so genannten Protonenereignissen begleitet. Energiereiche Protonen, die sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegten, trafen auf das Magnetfeld der Erde. „Ich habe noch nie davon gehört, dass es eine solche einzigartige Kombination von Ereignissen gegeben hat“, sagt Paal Brekke, Projektwissenschaftler am Sonnenobservatorium Soho. Die Bewohner der Internationalen Raumstation mussten sich mehrere Male in das am besten vor Strahlen geschützte Modul zurückziehen.

Auf der Erde blieben die Schäden derweil dank der Weltraumwetter-Vorhersage von Soho gering: In Südschweden fiel in 20.000 Haushalten der Strom aus, zwei japanische Satelliten wurden von dem Magnetsturm in Mitleidenschaft gezogen.

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Experten sind besonders davon überrascht, dass sich schwerste Sturm der vergangenen 14 Jahre zwei Jahre nach dem solaren Maximum ereignet hat, als die Sonnenaktivität eigentlich am stärksten war. Die Statistik zeigt allerdings, dass die stärksten Sonnenstürme meist nicht genau während des solaren Maximums auftreten, sondern in den Jahren davor oder danach, so Brekke.

Ute Kehse
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