Sonne, Mond und Sterne im November 2001 - Feuerwerk der Leoniden - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Sonne, Mond und Sterne im November 2001 – Feuerwerk der Leoniden

Mit Spannung erwarten die Astronomen Mitte November den Sternschnuppenschauer der Leoniden. Das kosmische Lichtspiel dauert insgesamt vom 14. bis 21. November. Sein enges Maximum ist in den Morgenstunden des 18. zu erwarten. Bei den Leoniden handelt es sich um außerordentlich schnelle Meteore mit Geschwindigkeiten von 250.000 Kilometer pro Stunde. Bei diesem Tempo dauert ein Flug vom Mond zur Erde nur eineinhalb Stunden.

Am 16. November 1998 ging über Hongkong eine Leoniden-Feuerkugel nieder, die fünfzigmal heller leuchtete als der Vollmond. Diesmal ist mit einem besonders intensiven Sternschnuppenhagel zu rechnen, wobei im Maximum mehr als tausend Meteore pro Stunde erwartet werden. Allerdings ist zum Höhepunkt der Leonidentätigkeit bei uns in Mitteleuropa schon die Sonne aufgegangen. Im westlichen Nordamerika sowie im Pazifischen Raum hingegen wird ein wahres Himmelsfeuerwerk zu sehen sein.

Der Fixsternhimmel zeigt im November gegen zehn Uhr abends noch seinen typischen Herbstcharakter. Allerdings sind tief im Osten die ersten Wintersternbilder auf der Himmelsbühne erschienen. Blickt man steil nach oben, so erkennt man schnell das Himmels-W. Es wird so genannt, weil seine Sterne in Form eines W angeordnet sind. Offiziell heißt dieses Sternbild Kassiopeia nach der legendären Königin von Äthiopien.

Im Süden nimmt der Walfisch seinen Platz ein, der wie Kassiopeia zur Andromedasage gehört. Es handelt sich nicht um einen Wal, also den Meeressäuger, sondern um ein Fabelwesen, nämlich den schrecklichen Cetus, der die an einen Felsen geschmiedete Andromeda verschlingen will. Doch die Prinzessin Andromeda wird vom Held Perseus gerettet, der von seinen Flügelschuhen getragen durch die Lüfte heran eilt und den Cetus besiegt.

Im Sternbild Perseus findet sich der berühmte Blinkstern Algol, das Haupt des Teufels. Algol ändert regelmäßig seine Helligkeit, weil die beiden Algolsonnen sich von Zeit zu Zeit für den irdischen Beobachter gegenseitig bedecken. Durch diese „Sternenfinsternisse“ verrät sich Algol, dass er aus zwei Sonnen besteht.

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Im Osten ist bereits das Sternbild Stier aufgegangen und im Südosten ist Orion, das auffälligste der Winterbilder, erschienen. Hoch im Nordosten blinkt die helle Kapella im Fuhrmann und tief im Osten sind die Zwillinge zu sehen.

Außerdem dominieren den Osthimmel zwei helle Planeten, nämlich Jupiter und Saturn. Der Riesenplanet Jupiter hält sich in den Zwillingen auf. Gegen Mitternacht steht er hoch in südlicher Richtung und ist kaum übersehbar. An Glanz übertrifft Jupiter alle anderen Sterne bei weitem. Ebenfalls recht auffällig aber nicht so strahlend hell wie Jupiter zeigt sich der Ringplanet Saturn im Stier. Saturn erscheint bereits zwei Stunden vor Jupiter am Osthorizont. Zu Monatsbeginn taucht Jupiter gegen 21 Uhr am nordöstlichen Horizont auf, zu Monatsende bereits gegen 19 Uhr.

Anfang des Monats wird der Ringplanet vom Mond bedeckt, ein Ereignis, das diesmal auch von Mitteleuropa aus beobachtbar ist. Am 3. wandert der Mond zwischen 22.05 und 23.10 Uhr über Saturn hinweg. Beginn und Ende dieser „Saturnfinsternis“ sind am besten mit einem Fernglas zu verfolgen. Besonders reizvoll zeigt sich dieses kosmische Schauspiel im Teleskop. Die exakten Ein- und Austrittszeiten sind jedoch ortsabhängig.

Mars hält sich nach wie vor am Abendhimmel. Am 26. überholt er Uranus in knapp zwei Vollmondbreiten südlichem Abstand. Uranus ist so lichtschwach, dass er nur im Fernglas zu sehen ist.

Am Morgenhimmel kann der flinke Merkur noch zu Monatsanfang aufgefunden werden. Nach dem 6. wird es schwierig, den sonnennächsten Planeten zu erspähen. Am 4. kommt es zu einer engen Begegnung mit der strahlend hellen Venus, die etwa eine Vollmondbreite südlicher steht. Venus gibt ihre Abschiedsvorstellung am Morgenhimmel.

Zwei Mal wird der Mond in diesem November voll beleuchtet erscheinen: Am 1. um 6.41 Uhr sowie am 30. um 21.49 Uhr. Die Amerikaner sprechen von „blue moon“ bei einem zweiten Vollmondtermin im gleichen Monat. Neumond ist am 15. um 7.40 Uhr. In Erdnähe steht der Mond am 11., wobei ihn dann nur 367 260 Kilometer von uns trennen. Seinen erdfernsten Bahnpunkt in 404 390 Kilometer Distanz passiert er am 23. November.

Die Sonne strebt dem tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn entgegen, den sie allerdings erst im Dezember erreichen wird. Am 22. tritt das Tagesgestirn in das Tierkreiszeichen Schütze. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um gut sieben Grad ab, die Tageslänge schrumpft um rund eineinviertel Stunden.

Hans-Ulrich Keller (dpa)
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