Spektakel am Marshimmel - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Spektakel am Marshimmel

Sternschnuppen, Sonnen- und Mondfinsternisse verzaubern nicht nur den irdischen Himmel: Auch auf dem Nachbarplaneten Mars sind des Nachts himmlische Spektakel zu beobachten. Der Nasa-Roboter Spirit beobachtete im November erstmals, wie ein Meteorstrom auf die Atmosphäre des roten Planeten traf, berichtete James Bell von der Cornell University kürzlich auf der Tagung der American Geophysical Union in San Francisco.

Die Sternschnuppen, die auf den Bildern zu sehen sind, stammen vermutlich von den Kometen Halley und P/2001R1 LONEOS. Genau wie die Erde durchquert der Mars zuweilen die Spur eines Kometen, wobei zahlreiche winzige Staubkörnchen als Sternschnuppen in der Atmosphäre verglühen. Nachdem der Marsrover Spirit im vergangenen Jahr zufällig eine Sternschnuppe im Morgengrauen fotografiert hatte, nutzen die Marsforscher die Kameras des Roboters jetzt systematisch, um nach nächtlichen Leuchterscheinungen zu suchen. Die optischen Instrumente der beiden Rover sind ungefähr so empfindlich wie das menschliche Auge. Da die Belichtungszeit der Aufnahmen zehn Minuten beträgt, erscheinen Sterne darauf als gebogene Striche.

Andere helle Streifen, die auf den Aufnahmen zu sehen sind, stammen wahrscheinlich von energiereichen kosmischen Teilchen. Auf der Erde werden solche Partikel schon in der Atmosphäre aufgehalten, wo sie einen charakteristischen Teilchenschauer erzeugen. Da die Marsatmosphäre eine geringere Höhe aufweist als die Erdatmosphäre und zudem dünner ist, können die kosmischen Teilchen offenbar bis zum Marsboden vordringen.

Mit Hilfe der Sternbeobachtungen wollen die Forscher zum einen mehr Informationen über die Marsatmosphäre gewinnen, zum anderen überprüfen sie Aussagen zur Energie kosmischer Teilchen und zur Lage von Kometenpfaden. Auch die Beobachtung einer Mondfinsternis des Trabanten Phobos am 27. November hatte einen wissenschaftlichen Hintergrund: Die Messungen helfen dabei, die Bahn des kleinen Mondes exakt zu bestimmen. Im Juni 2005 hatten Bell und seine Kollegen in der Zeitschrift Nature Aufnahmen vorgestellt, in denen Phobos über die Sonnenscheibe wanderte. Da der scheinbare Durchmesser des Mondes deutlich kleiner ist als der der Sonne, könne man nicht von einer Sonnenfinsternis sprechen, sondern eher von einem Transit.

Ute Kehse
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