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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Staubige Weltreise

Staub aus den zentralasiatischen Wüsten kann durch Stürme hoch in die Erdatmosphäre geweht und dort in weniger als zwei Wochen einmal um die Erde getragen werden. Das haben japanische Forscher mit Hilfe von Satellitendaten und Computersimulationen gezeigt. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, den globalen Staubtransport in der Erdatmosphäre besser zu verstehen.

Am 8. und 9. Mai 2007 tobte über der zweitgrößten Sandwüste der Erde, der Taklamakan im Westen Chinas, ein schwerer Sturm und wirbelte große Mengen Staub und feinen Sand auf. Der an den Bergmassiven nach oben umgelenkte starke Wind trug den aufgewirbelten Staub bis in Höhen von rund fünf Kilometer, rekonstruierten die Wissenschaftler um Uno das Geschehen. Thermische Aufwinde beförderten das Material weiter auf Höhen von acht bis zehn Kilometer, wo es in Höhenströmungen geriet, die es mehr als einmal um die Welt trugen.

Rund 800.000 Tonnen Staub gelangten mit dem Sturm auf diese Weise in die Atmosphäre, rechneten die Forscher hoch. Der Staub nahm einen mäandrierenden Weg um die Erde: Er führte ihn zunächst quer über den Nordpazifik, über den nordamerikanischen Kontinent und den Atlantik, dann zu den Britischen Inseln bis hinauf nach Finnland, dann abrupt nach Südosten bis nach Zentralasien und wieder zurück zum Ausgangspunkt, wo er nach etwa 13 Tagen angelangte. Die Reise endete erst, als der Staub wieder den Pazifik erreichte, wo er in ein Hochdruckgebiet geriet, das ihn in tiefere Lagen absinken ließ.

Das Beispiel zeige, dass Staub aus der Taklamakan über Höhenwinde an alle Orte der Welt transportiert werden und dort niedergehen kann, erklären die Forscher. Auf seiner Reise um die Welt ist der Staub auch an der Bildung hoher Schleierwolken beteiligt, schlossen die Forscher außerdem aus ihren Daten. Damit beeinflusst er das Wetter, die Sonneneinstrahlung auf die Erde und so auch insgesamt das globale Klima. Mit vier bis sechs solcher starken Sandstürme pro Jahr allein sei die Taklamakan eine der weltweit wichtigsten Quellen für Staub in der Atmosphäre.

Itsushi Uno (Kyushu-Universität in Kasuga) et al.: Nature Geoscience, Online-Vorabveröffentlichung doi: 10.1038/NGEO583 ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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