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Astronomie+Physik

Sternenstaub in der Stratosphäre entdeckt

Unter den winzigen Bruchstücken zerbröselter Meteoriten und Kometen, die die Nasa seit etwa zwei Jahrzehnten in der Stratosphäre aufsammelt, befinden sich auch Partikel, die außerhalb des Sonnensystems entstanden sind. In mehr als tausend untersuchten Partikeln fanden Anstronomen auch sechs Körnchen Sternenstaub. Das berichten Scott Messenger und seine Kollegen im Magazin Science (Online-Ausgabe vom 27. Februar, doi 10.1126/science.1080576).

Wie die Forscher schreiben, stammen drei der Körner von alten, aufgeblasenen Sternen, so genannten roten Riesen. Ein anderer Partikel bildete sich vermutlich in der Atmosphäre eines metallarmen Sterns – als „Metalle“ bezeichnen Astronomen alle Elemente, die schwerer als Helium sind. Den Herkunftsort der restlichen beiden extrasolaren Staubkörnchen konnten die Forscher nicht ermitteln. Alle sechs Körner zeichneten sich durch ein ungewöhnliches Verhältnis zwischen den Sauerstoff-Isotopen 16,17 und 18 aus, was gegen eine Herkunft im Sonnensystem spricht.

Von dreien der Körner konnten Messenger und Kollegen die Mineralogie bestimmen. Es handelte sich in einem Fall um das Mineral Fosterit, die anderen beiden Körner bestanden aus amorphem Silikat. Beide Mineralien kommen auch in den Staubhüllen roter Riesen vor.

Partikel von ähnlichem mineralogischen Aufbau, aber mit für das Sonnensystem typischen Isotopenverhältnissen sind nach Meinung der Forscher unter hohen Temperaturen entstanden. Es kann sich ihrer Meinung nach nicht um ursprüngliches Material aus dem interstellaren Medium handeln.

Insgesamt stellten die Forscher fest, dass Sternenstaub unter den interplanetaren Staubpartikeln aus der Stratosphäre wesentlich häufiger vertreten ist als in Meteoriten, in denen zum Beispiel extrasolare Nanodiamanten enthalten sein können. Das lasse darauf schließen, dass der Sternenstaub in Kometen gebunden war, die sich nach der Entstehung des Sonnensystems kaum veränderten.

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Ute Kehse
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