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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Studie: Größtes Massensterben der Erdgeschichte nicht durch einen Asteroideneinschlag ausgelöst

Möglicherweise war es doch kein Komet oder Asteroid, der die größte erdgeschichtliche Katastrophe aller Zeiten ausgelöst hat. Fossilienfunde früher Reptilien, die dieses Ereignis überlebten, verleihen dieser Hypothese neuerdings eine gewisse Plausibilität.

Das größte Massensterben der Erdgeschichte, bei dem etwa 96 Prozent der marinen Fauna ausgelöscht wurden, fand am Ende des Perm in der Übergangszeit zur Trias vor etwa 251 Millionen Jahren statt. Auf landbewohnende Tierarten hatte das Desaster dagegen nicht ganz so fatale Auswirkungen: So hat ein Team aus internationen Paläontologen jüngst herausgefunden, dass sich zum Beispiel von einer Gruppe früher Reptilien zwei Drittel der Arten in die Trias hinüberretten konnten. Die Forscher berichten über ihre Entdeckung in den Proceedings of the Royal Society – Biological Sciences (Ausg.268, Nr. 1480,
S. 2047). Insgesamt konnten immerhin knapp 25 Prozent aller landbewohnenden Wirbeltierfamilien überleben, schließen die Forscher.

Bei den analysierten fossilen Reptilien handelt es sich um Procolophonier, die in etwa die Größe unserer Eidechsen aufwiesen. Die Tiere zeichneten sich durch eine grabende Lebensweise aus.

Die Forscher vertreten die Auffassung, dass der Aufprall eines großen Asteroiden auf der Erde für die landbewohnenden Tiere ähnlich schwerwiegende Folgen hätte haben müssen wie für die Meeresfauna. Sean Modesto, ein am Royal Ontario Museum in Toronto, Kanada, forschender Paläobiologe sagt: „Ein solches Ereignis hätte, ebenso wie die meisten Meeresbewohner, auch fast alle Landtiere auslöschen müssen.“

Deswegen sucht Modesto nach einer anderen Erklärung für das große Artensterben zwischen Paläozoikum (Erdaltertum) und Mesozoikum (Erdmittelalter). Denkbare Ursachen könnten erhebliche Schwankungen des Meeresspiegels, eine globale Klimaabkühlung oder auch starke Vulkanausbrüche gewesen sein.

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Wissenschaftler, die der Asteroid-Hypothese anhängen, vermuten, dass ein bis zu 12 Kilometer großer Himmelskörper auf der Erde einschlug. Mark Bailey vom Armagh-Observatorium in Nordirland betont, dass es sich nur sehr schwer vorhersagen lasse, welche Folgen der Aufprall eines derartig riesigen Asteroiden für die Land- und Meeresfauna habe. „Auch das große Artensterben beim Übergang von der Kreide zum Tertiär vor 65 Millionen Jahren, bei dem die Dinosaurier von der Erde verschwanden, haben viele Tierarten überlebt – darunter auch einige Reptilien“, gibt Bailey zu bedenken. „Und diese Katastrophe wurde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit durch einen Asteroideneinschlag ausgelöst.“

Dr. Sebastian Messerschmid
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