Supernova im Doppelpack - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Supernova im Doppelpack

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Die beiden Supernovae erscheinen in dem Gesicht in der Galaxie NGC 1316 als Augen. Der helle Fleck links gehört nicht zu NGC 1316, sondern ist ein Stern unserer Galaxie. Foto: NASA/Swift/Stefan Immler
Astronomen haben erstmals zwei Supernovae parallel in einer Galaxie beobachtet. In der 80 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 1316 kam es kurz hintereinander zu zwei der spektakulären Explosionen, bei denen ein Stern in einem hell leuchtenden Feuerball auseinanderfällt. Im Durchschnitt beobachten Astronomen pro Galaxie nur etwa alle hundert Jahre ein solches Ereignis. In NGC 1316 ist es jedoch schon die vierte Supernova in 26 Jahren. Was der Grund für diese Häufung ist, darüber können die Wissenschaftler um Stefan Immler vom Goddard Space Flight Center der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa in Washington bisher nur spekulieren.

Die erste Supernova in NGC 1316 in diesem Jahr war bereits Ende Juni von einem südafrikanischen Hobbyastronomen entdeckt worden. Auf die zweite Explosion wurden Astronomen am 5. November aufmerksam. Genau auf diese Himmelsregion richteten Wissenschaftler der Nasa das Teleskop des Forschungssatelliten Swift und konnten damit ein Bild der Zwillingsexplosion aufnehmen. Die von Swift gemachten Aufnahmen erinnern an ein lachendes Gesicht mit den beiden Supernovae als Augen und dem hell leuchtenden Zentrum der Galaxie als Nase.

Die ungewöhnliche Häufung von vier Supernovae in nur gut einem Vierteljahrhundert in der Galaxie könnte schlichtweg Zufall sein, spekuliert Teammitglied Peter Brown von der Staatsuniversität von Pennsylvania in State College. Vielleicht hänge sie jedoch auch mit der besonderen Lebensgeschichte von NGC 1316 zusammen: Die ellipsenförmige Galaxie hat sich vor zwei Milliarden Jahren mit einer Spiralgalaxie vereinigt. Diese Zusammenballung von Materie hat dazu geführt, dass in der Galaxie vermehrt neue Sterne entstanden. Jetzt, viele Millionen Jahre später, führt dieser kosmische Babyboom dazu, dass besonders viele Sterne ihr Leben in einer Explosion beenden, so Brown.

Die beobachten Supernovae rechnen die Astronomen dem Typ Ia zu. Diese Explosionen entstehen nach der gängigen Theorie in Doppelsternsystemen. Der eine Stern zieht dabei immer mehr Materie von seinem Begleiter an sich, bis schließlich eine Kernfusion in Gang kommt, die zur Explosion des Sterns in einer Supernova führt. Supernovae gehören zu den energiereichsten und spektakulärsten Ereignissen im Weltall. Ihr Licht kann kurzzeitig so hell sein wie das der ganzen Galaxie, in der sich die Explosion ereignet.

New Scientist, Onlinedienst ddp/wissenschaft.de ? Ulrich Dewald
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