Thorsten Dambeck - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Thorsten Dambeck

„Die Wunden der Vergangenheit“ heißt der zweite Beitrag unserer Titelgeschichte (Beginn auf Seite 52). Geschrieben hat ihn ein Physiker, der nach seiner Promotion eines sicher weiß: „ Ich bin nicht der Typ, der sich eingräbt und fortan nur noch mit wenigen Experten weltweit kommuniziert.“ Ehe sich Thorsten Dambeck allerdings auf den Wissenschaftsjournalismus kapriziert, arbeitet er von 1994 bis 1998 im Deutschen Bundestag als Referent für Energie- und Umweltpolitik. Eine seiner Aufgaben ist es, den Newsletter „Ökologische Briefe“ mit Beiträgen zu bestücken. Er merkt, dass ihm das Spaß macht, „weil es ein gutes Gefühl erzeugt, wenn ein Artikel geschrieben, gedruckt und erschienen ist“.

Sein erster Beitrag für bild der wissenschaft erscheint in der Juli-Ausgabe 2001 – ein Einseiter über supraleitende Materialien, „für den ich immerhin den Nobelpreisträger Georg Bednorz ans Telefon bekommen habe“. Doch sein wirkliches Ziel sind nicht Artikel über Materialforschung, sondern über Astronomie. Und diesen Bogen nimmt er elegant. Inzwischen hat es Dambeck auf 40 Hauptbeiträge in bild der wissenschaft gebracht. Allein 2011 waren es 7 – alle über Astronomie. Der in Weinheim an der der Bergstraße lebende Wissenschaftsjournalist ist für uns eine erste Adresse, wenn es darum geht, Artikel über Sterne, Planeten oder Meteoriten in Auftrag zu geben.

2011 plant Dambeck einen großen Beitrag über Meteoriteneinschläge auf der Erde – und bereitet sich intensiv darauf vor. Im Sommer 2011 durchquert er das Nördlinger Ries, zusammen mit Planetenforschern aus aller Welt, die zu einem Meeting nach Deutschland gekommen sind. Dambecks Exkursion in das Ries befeuert die aktuelle Titelgeschichte. „Auf meinen Themenvorschlag reagiert bdw rasch, bringt neue Überlegungen ein und will den Artikel möglichst schnell haben.“ In der anschließenden vierwöchtigen Recherchephase nimmt der Beitrag inhaltlich noch mehrere Wendungen, weil der Autor an eine Reihe neuer Informationen herankommt, „etwa über den Krater im Kongo“ .

Thorsten Dambeck (Jahrgang 1962, im Bild mit einem Mars-Globus) schreibt auch für die Neue Zürcher Zeitung – und verfasst zusammen mit seiner Frau Susanne Kinderbücher über Astronomie. Nicht zuletzt, weil er selbst „im Alter von 11 oder 12″ über das Interesse am Sternenhimmel auf die Welt der Wissenschaft aufmerksam wurde. bdw hat ihm ein paar Fragen gestellt:

Wie kommen Sie auf Ihre Themen?

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Die einschlägigen Fachjournale sind wichtig, entscheidend ist jedoch der direkte Kontakt zu den Forschern.

Welchen Wissenschaftler bewundern Sie?

Den russischen Physiker, Menschenrechtler und Friedensnobelpreisträger Andrei Sacharow. Sollte die Kernfusion je Strom erzeugen, dann auch wegen seiner grundlegenden Arbeiten.

Wo und wann veröffentlichten Sie Ihren ersten honorierten Artikel?

Das war 1999 in der Süddeutschen Zeitung. Es ging um die Erfolgsaussichten der geplanten europäischen Mars-Landung, die nach zwei Flops der NASA fraglich war.

Lesen Sie trotz Internet immer noch Zeitungen und Zeitschriften?

Ich mag Gedrucktes. Ich nehme gern Zeitschriften in die Hand und blättere sie durch. Das macht mir einfach Spaß.

Ecken Sie mit Ihren Themen an?

Manchmal werden Raumfahrtbehörden sehr einsilbig, wenn man nach den Kosten laufender Projekte fragt. Dabei arbeiten sie mit dem Geld des Steuerzahlers!

Was bringt Sie am Wissenschaftsbetrieb auf die Palme?

Wenn Theorien mit der Wahrheit verwechselt werden. Lehrmeinung zum Dogma zu überhöhen, sollte in der Wissenschaft keinen Platz haben.

Brauchen wir bemannte Raumfahrt? Unbemannte Missionen sind doch preisgünstiger und leisten oft mehr.

Astronauten in Rente zu schicken wäre kurzsichtig. Eines Tages wird der Mensch ins Sonnensystem vordringen, so wie er auf der Erde einen Kontinent nach dem anderen besiedelt hat. Letztlich werden wir uns auch diese Welten aneignen. Eine rein wissenschaftliche Begründung für die bemannte Raumfahrt greift deshalb zu kurz. Fakt ist aber: Nur einer von zwölf Mondfahrern war Wissenschaftler. Die Forschung vorangebracht haben indes unbemannte Missionen. Deshalb geht es nicht um ein Ja oder Nein, sondern um ein ausgewogenes Zusammenwirken von bemannter und unbemannter Raumfahrt. Wenn

etwa die teuren bemannten Projekte

finanziell aus dem Ruder laufen, dürfen nicht die unbemannten Wissenschaftsmissionen dafür bluten. wh

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Mi|ni…  〈in Zus.〉 1 〈kurz für〉 Miniatur…, z. B. Minigolf, Minieisenbahn 2 〈Mode〉 sehr kurz, z. B. Minikleid, Minirock ... mehr

Spul|wurm  〈m. 2u; Zool.〉 im Verdauungskanal des Menschen u. der Säugetiere schmarotzender Fadenwurm: Ascaris

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