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Astronomie+Physik

Titanischer Riesenkrater

Am vergangenen Dienstag näherte sich die Raumsonde Cassini dem Saturnmond Titan bis auf 1580 Kilometer und erhaschte einen Blick auf bislang unbekannte Teile der Oberfläche des faszinierenden Mondes. Auf der Tagung der American Society for the Advancement of Science (AAAS) in Washington stellten Forscher die neuen Ergebnisse vor.

Die spektakulärste Entdeckung des Vorbeifluges war ein Krater von der Größe des US-Bundesstaates Iowa, berichtete Jonathan Lunine von der University of Arizona in Washington. Insgesamt sind auf der Titan-Oberfläche aber relativ wenig Krater zu sehen. Das deutet darauf hin, dass sich die Oberfläche ständig verändert, sagte Lunine: „Entweder werden die Krater von organischen Stoffen aus der Atmosphäre zugedeckt, oder neues Material wird aus der Tiefe empor gefördert.“

Lunine hat auf Radarbildern, die Cassini im Oktober 2004 von Titan aufnahm, Anzeichen für so genannten Eisvulkanismus entdeckt. Es gebe dort Flächen, die erstarrten Lavafeldern auf der Erde ähnelten, berichtete der Forscher. Mit Ammoniak vermischtes Wasser hat bei den niedrigen Temperaturen, die auf dem Saturnmond herrschen, eine ähnliche Konsistenz wie flüssige Basaltlava. Lunine vermutet, dass sich unter der Eiskruste von Titan eine flüssige Schicht aus einem Wasser-Ammoniak-Gemisch befindet. Da Ammoniak den Schmelzpunkt von Wasser herabsetzt und das Gemisch etwa die gleiche Dichte wie Wassereis hat, könnte es durch Spalten in der Eiskruste nach oben quellen und ähnlich wie ein Gesteinsvulkan ausbrechen.

Falls Titan bei seiner Entstehung eine flüssige Schicht gehabt habe ? was wahrscheinlich sei ? dann müsse sie heute immer noch vorhanden sein, berechnete Lunine. Denn wenn die Flüssigkeit nämlich zwischendurch gefroren wäre, hätte sich die Rotation des Mondes enorm beschleunigen müssen.

Ute Kehse
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