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Astronomie|Physik

Überlebenskampf im Schwarzen Loch

Wenn ein Raumschiff in den Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs eintritt, so wird es früher oder später unausweichlich durch die ungeheure Schwerkraft in der Singularität des Loches zerdrückt. Zwei Forscher von der Universität von Sydney haben nun berechnet, wie die dem Objekt verbleibende Gnadenfrist auf die längstmögliche Zeitspanne ausgedehnt werden kann. Auch wenn der praktische Nutzen dieses Rezepts fragwürdig ist, so stellt die Studie eine interessante Analyse der Dynamik innerhalb des Ereignishorizonts eines Schwarzen Loches dar.

Geraint Lewis und Juliana Kwan zufolge ist es am besten, wenn das Raumschiff ohne jegliche Geschwindigkeit in den Ereignishorizont des Schwarzen Lochs eintritt. In diesem Fall sollten unter keinen Umständen die Raketentriebwerke des Raumschiffs eingeschaltet werden ? schließlich ist ein Entkommen ja den Gesetzen der Allgemeinen Relativitätstheorie zufolge aufgrund der enormen Raumkrümmung nicht möglich. Zudem ist die dem Raumschiff verbleibende Zeit für einen freien Fall in das Zentrum des Lochs maximal.

Demnach gilt wie bei Treibsand ? bloß nicht bewegen oder herumzappeln! Falls das Raumschiff allerdings mit einer von Null abweichenden Geschwindigkeit den Ereignishorizont durchquert, so kann durch ein geschicktes Feuern ein dem freien Fall ähnelnder Zustand erreicht werden. Um ihre Gnadenfrist so weit wie möglich auszudehnen, müssten die Astronauten demnach die Triebwerke für eine kurze Zeitspanne einschalten.

Lewis und Kwan haben in ihrer Studie mithilfe der Allgemeinen Relativitätstheorie auch die Dauer dieser von der Eintrittsgeschwindigkeit abhängigen Zeitspanne berechnet. Sie betonen jedoch, dass ein längeres Feuern der Triebwerke die Gnadenfrist wiederum verkürzt. Die Forscher glauben, dass ihre Arbeit in Vorlesungen über die Allgemeine Relativitätstheorie didaktisch wertvoll eingebracht werden kann.

Proceedings of the Astronomical Society of Australia, in press Stefan Maier
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