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Astronomie|Physik

Überschallwinde in der Sonnen-Atmosphäre treiben Plasma durch riesige Röhren

Mit bis zu 320.000 Kilometer pro Stunde fegen Sturmböen durch die Sonnenatmosphäre ? schneller als die dortige Schallgeschwindigkeit. Auf die Erde übertragen, wo die Schwerkraft 28 Mal schwächer ist, wäre ein entsprechender Wind immerhin noch 4.800 Kilometer pro Stunde schnell, berichten Forscher um Amy Winebarger vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics im Fachblatt „Astrophysical Journal“.

Die neu entdeckten Sonnenwinde könnten das seit langem bestehende Rätsel lösen, warum die Sonnenatmosphäre, die Korona, wesentlich heißer ist als die Sonnenoberfläche, so Winebarger: „Es gibt viele Theorien zur Aufheizung der Korona auf über eine Million Grad“, so die Physikerin, „aber nur ein paar davon können Überschall-Plasmawinde erklären.“

Die Forscher kamen den turbulenten Luftbewegungen mit Hilfe der Observatorien Soho und Trace auf die Spur. Die beobachteten, wie sich Blasen aus ionisiertem Gas innerhalb von so genannten koronaren Bögen fortbewegten.

Die gewaltigen Bögen, die manchmal bis zu einer Million Kilometer über die Sonnenoberfläche hinausragen, galten bislang als Röhren, innerhalb deren das Plasma aus der Atmosphäre gefangen ist. Dann müsste aber die Dichte des Gases an der Spitze des Bogens wesentlich geringer sein als am Fuß, weil die Schwerkraft der Sonne das Gas nach unten zieht. Das ist jedoch nicht der Fall, konnten Winebarger und ihre Kollegen zeigen. Das Plasma schießt durch die Bögen wie Wasser in einem Springbrunnen: Die Dichte ist oben genauso groß wie unten. Dafür ist der Überschall-Wind verantwortlich, der dem Plasma hilft, die Schwerkraft zu überwinden.
Die Ursache für die Winde liegt nach Meinung der Forscher darin, dass die Plasma-Pakete an unterschiedlichen Stellen der Sonnenoberfläche unterschiedlich stark aufgeheizt werden.

Ute Kehse
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