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Ur-Australier schmausten Riesen-Eier

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Auch der Riesenwaran Megalania hat Genyornis möglichrweise zu schaffen gemacht. Doch für das Aus des Riesenvogels kommt eher der Mensch in Frage. (Illustration by Peter Trusler, Monash University)
Als die ersten Menschen vor ungefähr 50.000 Jahren Australien erreichten, stießen sie noch auf gigantische Tiere – auf die unterschiedlichen Vertreter der sogenannten Megafauna. Ein Forscherteam präsentiert nun erstmals ein handfestes Beispiel, das nahelegt, dass der Mensch am Aussterben dieser Tiergruppe beteiligt war: Zumindest dem Riesenvogel Genyornis haben die frühen Australier offenbar kräftig zugesetzt, belegen Funde charakteristisch verkohlter Eierschalen.

Ein 500 Kilogramm schweres Känguru, bis zu sieben Meter lange Riesenwarane, ein zwei Tonnen schwerer Wombat… Australien hatte einst eine Menagerie von skurrilen Tieren zu bieten, die über 100 Kilogramm wogen. Doch am Ende der Eiszeit verschwanden all diese Vertreter der Megafauna – verdächtigerweise, nachdem der Mensch den südlichen Kontinent besiedelt hatte. Bisher ist unklar, ob die klimatischen Veränderungen der Hauptgrund für das Verschwinden waren, oder ob der Mensch den Riesen letztlich den Garaus gemacht hat. Im Fall der Megafauna der Nordhalbkugel scheint sich zumindest eine große Rolle des Menschen beim Aussterben des Mammuts abzuzeichnen: Spuren der Jagd an Überresten der Tiere belegen dies. Doch im Klima und dem Boden Australiens konnten Fossilien weniger gut überdauern, deshalb gab es bisher keine konkreten Hinweise auf eine Beeinträchtigung von Vertretern der Riesentiere durch den Menschen. Dies hat sich nun geändert.

Einst lebte auch ein Riesenvogel in Australien

Bei dem betreffenden Vertreter der Megafauna handelt es sich um den flugunfähigen Vogel Genyornis newtoni. Die Tiere waren Schätzungen zufolge bis zu 2,15 Meter groß und wogen bis zu 290 Kilogramm. Überreste ihrer Eierschalen belegen, dass sie einst in Australien weit verbreitet waren. Datierungen zufolge gibt es allerdings keine jüngeren Eierschalen als etwa 45.000 Jahre – folglich starben die Tiere zu dieser Zeit aus.

Die Forscher um Gifford Miller von der University of Colorado in Boulder berichten nun von Funden verkohlter Eierschalen von Genyornis, die sie an insgesamt 200 unterschiedlichen Orten in Australien entdeckt haben. Detaillierte Untersuchungen dieser Schalen belegten, dass die Eier offenbar seitlich erhitzt worden waren. Den Forschern zufolge ist die einzige plausible Erklärung dafür, dass Menschen die fast zwei Kilo schweren Eier an Lagerfeuern gekocht haben. Eine natürliche Ursache für die Verkohlungen – wie Buschfeuer – schließen die Forscher aus. Ihnen zufolge wären die Eier dabei gleichmäßig erhitzt worden.

Frühe Australier schmausten Rieseneier

Die Datierungen der verkohlten Eierschalen ergaben, dass sie allesamt aus einem Zeitfenster von vor etwa 47.000 Jahren stammen. Dies passt ebenfalls eindeutig ins Bild – in dieser Zeit machte sich der Mensch in Australien breit. Die Forscher sind sich deshalb sicher: „Die frühen Australier sammelten Genyornis-Eier und kochten sie am Feuer“, so Miller. Welches Ausmaß die entsprechende Bedrohung durch den Menschen erreichte, bleibt zwar unklar, doch die Fakten scheinen verdächtig: Vor 47.000 Jahren sorgten Menschen für verkohlte Eierschalen – ab vor etwa 45.000 Jahren gab es dann gar keine Eier der Riesenvögel mehr.

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Die Forscher interpretieren die Geschichte von Genyornis nun gleichsam exemplarisch: „Wir betrachten dies als den ersten und einzigen sicheren Hinweis darauf, dass Menschen direkt Jagd auf heute ausgestorbene Vertreter der australischen Megafauna gemacht haben“, so Miller. Inwieweit der Mensch auch beim Aus der anderen Riesentiere Australiens die Hand im Spiel gehabt haben könnte, bleibt natürlich dennoch fraglich – plausibel erscheint es jedoch in jedem Fall.

Originalarbeit der Forscher:

© wissenschaft.de – Martin Vieweg
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