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Uralte Meeresfrucht

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Oben im Bild: Versteinerte Garnele der Art Aciculopoda mapesi, gefunden in Oklahoma. Unten im Bild: Eine heute lebende Garnelenart. Credit: Rodney Feldmann/NOAA
Rund 360 Millionen Jahre alt ist die Versteinerung einer Garnele, die US-Forscher in Oklahoma entdeckt haben. Das Fossil ist erstaunlich gut erhalten, sodass sogar noch die Muskeln zu erkennen sind. Die etwa acht Zentimeter lange Ur-Garnele lebte in den Tiefen eines Ozeans, der einst das heutige Oklahoma (USA) bedeckte. Die älteste Garnele der Welt ist möglicherweise auch der älteste Nachweis aller so genannten Decapoden – der Zehnfußkrebse, zu denen neben den heutigen Garnelen beispielsweise auch die Hummer gehören. Die versteinerte Garnele ermöglicht einen wichtigen Schritt bei der Erforschung der Entwicklungsgeschichte der Zehnfußkrebse, sagen die Forscher. Über ihre Untersuchungen berichten Rodney Feldmann und Carrie Schweitzer vom Kent State University?s Department of Geology.

Das eindrucksvolle Fossil hatte ursprünglich der Paläontologe Royal Mapes von der Ohio University in einem Felsen in Oklahoma entdeckt. Feldmann und Schweitzer haben die Ur-Garnele deshalb nach ihrem Entdecker „Aciculopoda mapesi“ genannt. In dem Felsen befanden sich noch weitere Versteinerungen von zum Teil heute nicht mehr existierenden Gruppen von Meerestieren, beispielsweise Ammoniten. Garnelen gibt es hingegen auch heute noch – und haben sich über die Jahrmillionen kaum verändert, wie der Vergleich des Fossils mit heute lebenden Arten zeigt.

Dass sich sogar noch Strukturen der Muskulatur im Schwanz der Garnele nachweisen lassen, ist den Forschern zufolge eine sehr seltene Besonderheit. Feldmann vermutet den Grund für diesen ungewöhnlich guten Erhaltungszustand in der Lebensweise des Tieres in der Tiefsee: „Hier konnten die Meeresströmungen das tote Tier nicht zerstören. Das Muskelgewebe blieb dann durch eine Kombination aus säurehaltigem Wasser und Sauerstoffmangel erhalten, bis die Garnele von Sedimenten bedeckt wurde“.

Rodney Feldmann und Carrie Schweitzer (Kent State University): Journal of Crustacea Biology, Bd. 30, Vol. 4, S. 629 dapd/wissenschaft.de ? Martin Vieweg
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