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Astronomie+Physik Erde+Klima

Uralter Brummer auf Abwegen

Verwandte der Gemeinen Hausfliege bevölkerten die Antarktis noch vor wenigen Millionen Jahren. Das berichten Allan Ashworth von der North Dakota State University und Christian Thompson von der Smithsonian Institution im Magazin Nature (Bd. 423, S. 135).

Bislang haben Paläontologen vermutet, dass höhere Fliegen der Gattung Cyclorrhapha, zu denen auch die Hausfliege gehört, den Kontinent nie besiedelt hatten. Ahsworth und Thompson fanden jedoch ein Bruchstück einer etwa fünf bis sieben Millimeter großen Puppe, die sie eindeutig den höheren Fliegen zuordnen konnten.

Die Forscher entdeckten die Versteinerung in einem der trockenen Täler der Antarktis, der Meyer-Desert-Formation, die zwischen Südpol und dem Ross-Meer liegt. Das Gestein, in dem die Puppe enthalten war, ist vielleicht drei, vielleicht auch zehn Millionen Jahre alt. Es wurde am Fuße eines Gletschers in einem breiten Fjord abgelagert, der von Sträuchern und Zwergbuchen bewachsen war und in dem Rüsselkäfer und andere Insekten lebten.

Die Lebewesen, die diese karge Landschaft bevölkerten, stammten vermutlich zum großen Teil von Tieren und Pflanzen ab, die einst auf dem großen Südkontinent Gondwana gelebt hatten. Die höheren Fliegen entstanden allerdings nach Meinung vieler Paläontologen auf dem Nordkontinent Laurasia, nachdem der Superkontinent Pangäa vor etwa 200 Millionen Jahren auseinandergebrochen war.

Die Brummer eroberten dieser Theorie zufolge die verschiedenen Teile von Gondwana ? Südamerika, Australien und Afrika ? jeweils einzeln. Wie die Insekten in die Antarktis gelangten, ist unklar. Entweder sind auch sie ein Überbleibsel der Gondwana-Fauna, die einige Millionen Jahre in der Antarktis in Isolation überlebte. Oder die Zweiflügler schwirrten während einer klimatisch freundlichen Periode vor 17 Millionen Jahren von Südamerika aus in die Antarktis, wo sie aber wegen des sich verschlechternden Klimas ? wie fast alle anderen Landlebewesen ? schließlich ausstarben.

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Ute Kehse
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