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Video der Woche: Astronomin präsentiert neue Planetenfunde

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Künstlerische Darstellung des Systems von Kepler-62. Credit: David A. Aguilar (CfA)
Ist das wimmelnde Leben auf der Erde ein Sonderfall im Universum? – Höchstwahrscheinlich nicht, doch der Beweis für diese Vermutung fehlt bisher. Um diese brennende Frage vielleicht eines Tage beantworten zu können, konzentrieren sich Astronomen bei der Suche nach fremden Planeten auf Kandidaten, die der Erde ähneln. Jetzt hat ein internationales Forscherteam gleich zwei solche Exemplare entdeckt: Bei den möglichen „zweiten Erden“ handelt es sich um planetare Brüder im Sternensystem Kepler-62. Sie befinden sich in der sogenannten habitablen Zone um ihren Mutterstern, besitzen vermutlich feste Oberflächen und sind nicht zu groß. Sie seien damit die bisher aussichtsreichsten Kandidaten für erdähnliche Bedingungen, sagen die Forscher.

Der Stern Kepler-62 gehört zur Konstellation Leier und ist rund 1.200 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er ist ein wenig kleiner und kühler als unsere Sonne und besitzt den aktuellen Untersuchungen zufolge mindestens fünf Planeten. Von uns aus betrachtet, laufen sie in regelmäßigen Abständen vor ihrem Mutterstern vorbei und schatten dabei einen Bruchteil seines Lichts ab. Diesen Effekt nutzt die sogenannte Transitmethode, mit der das Weltraumteleskop Kepler nun die fünf Objekte aufgespürt hat. Diese Methode lässt auch Rückschlüsse über die Radien von Planeten zu, berichten die Forscher um William Borucki vom NASA Ames Research Center in Moffett Field.

In diesem Zusammenhang offenbarten sich die Planeten Kepler-62e und Kepler-62f als die beiden interessantesten Kinder des Sterns: Ihre Radien entsprechen dem 1,61-fachen und dem 1,41-fachen Erdradius, was sie mit hoher Wahrscheinlichkeit als Felsplaneten mit soliden oder wasserbedeckten Oberflächen auszeichnet, erklären die Forscher. Außerdem kreisen sie in der habitablen Zone um Kepler-62, in der flüssiges Wasser vorkommen kann – eine der Grundvoraussetzungen für Leben, wie wir es kennen. Kepler-62e und Kepler-62f sind damit die kleinsten Himmelskörper, die bisher in einer derartigen Zone gefunden wurden, sagen die Astronomen.

Technologien der Zukunft könnten eines Tages Sensationen liefern

„Bisher hat man alle interessanten Planeten in habitablen Zonen mit der sogenannten Radialgeschwindigkeitsmethode nachgewiesen“, sagt Co-Autorin Lisa Kaltenegger vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie. „Dieses Verfahren liefert aber nur eine Untergrenze für die Masse eines Planeten und keine Information über seinen Radius. Allein aufgrund der Masse ist es aber schwierig zu beurteilen, ob es sich um einen erdartigen Planeten handelt, also einen Planeten mit fester Oberfläche“, erklärt die Wissenschaftlerin. Bei den bisher aussichtsreichsten Kandidaten könnte es sich demnach also statt um Felsplaneten auch um Miniaturversionen des Gasplaneten Neptun handeln.

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Inwieweit die Bedingungen auf den Planeten Kepler-62e und -62f allerdings tatsächlich denen auf der Erde ähneln, bleibt bisher Spekulation. Kepler-62f empfängt weniger Strahlungsenergie von seinem Stern als die Erde von der Sonne und würde entsprechend viel Treibhausgas benötigen, um nicht einzufrieren. Kepler-62e ist seinem Stern dagegen vergleichsweise nah und bräuchte deshalb eine dichte Wolkendecke, die Strahlung reflektiert, damit flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche existieren kann. Nachweismethoden solcher Bedingungen, der Existenz von flüssigem Wasser oder gar der Spuren von Leben sind derzeit noch Zukunftsmusik. Dies kann erst gelingen, wenn mit leistungsstärkeren Teleskopen eine spektroskopische Analyse der Planetenatmosphären möglich wird. Ist ein solcher „chemischer Fingerabdruck“ eines Tages möglich, könnte der Blick auf Kepler-62e und -62f spektakuläre Ergebnisse liefern, sagen die Wissenschaftler.

William Borucki (NASA Ames Research Center in Moffett Field) et al.: Science, doi:10.1126/science.1234702 © wissenschaft.de – Martin Vieweg
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