Anzeige
Anzeige
1 Monat GRATIS testen, danach für nur 9,90€/Monat!

Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Vor 15.000 Jahren kam der Golfstrom auf einen Schlag in Gang

Der Golfstrom sprang vor 15.000 Jahren plötzlich an: Als am Ende einer Kaltzeit das Eis auf dem Südpolarmeer schmolz, änderten sich die Dichteverhältnisse des Wassers, und nordwärts gerichtete warme Meeresströmungen kamen in Gang. Das berichten deutsche Klimaforscher in der Fachzeitschrift Nature (Ausg. 424, Nr. 6498).

Der Wissenschaftler Gerrit Lohmann vom Forschungszentrum Ozeanränder in Bremen und sein Kollege Gregor Knorr erstellten am Computer ein Modell des Klima-Umschwungs, der am Ende der letzten Kaltzeit vor etwa 15.000 Jahren begonnen hatte. Als Grundlage nutzten sie Klimadaten, die aus Untersuchungen von Meeresablagerungen stammten. Nach dem Modell strömten durch die südliche Eisschmelze verstärkt warme und salzhaltige Wassermassen in nördliche Richtung.

Dadurch wurde das Nordatlantikwasser immer salziger und vor allem schwerer, weil es die im Süden gespeicherte Wärme an die Atmosphäre abgab. Dies schaltete nach etwa tausend Jahren den Golfstrom wieder an ? „quasi auf einen Schlag“, wie es Lohmann formuliert. Das durch das Salz und das Erkalten schwere Nordatlantikwasser sank in die Tiefe und floss südwärts ab. An der Oberfläche wurde gleichzeitig verstärkt das warme Wasser aus der Südhalbkugel angesaugt.

Durch den als transatlantische Zentralheizung fungierenden Golfstrom stiegen die Temperaturen im Nordatlantik um mehr als 6 Grad Celsius und ließen das nördliche Eis schmelzen, erklärt Lohmann. Doch das süße und damit leichte Schmelzwasser beeinträchtigte die Pumpe Golfstrom nicht. Allerdings könnte laut Lohmann durch den vom Menschen verursachten Klimawandel das Schmelzen des nördlichen Eises so verstärkt werden, dass der Golfstrom zukünftig tatsächlich ins Stottern gerät.

ddp/bdw ? Stefanie Offermann
Anzeige
Anzeige

Wissensbücher 2022

Anzeige

Videoportal zur deutschen Forschung

Aktueller Buchtipp

Sonderpublikation in Zusammenarbeit  mit der Baden-Württemberg Stiftung
Jetzt ist morgen
Wie Forscher aus dem Südwesten die digitale Zukunft gestalten

Wissenschaftslexikon

Ein|zel|stim|me  〈f. 19; Mus.〉 die einzelne Stimme (im Chor, in der Partitur)

Sil|ber|chlo|rid  〈[–klo–] n. 11; unz.; Chem.〉 weißer, bei Einwirkung von Licht sich schwarz verfärbender, kristalliner Stoff, u. a. in der Fotografie verwendet; Sy Chlorsilber … mehr

tar|do  〈Mus.〉 langsam, schwerfällig [ital.]

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]
[class^="wpforms-"]