Wachstumsdämpfer Dunkle Energie - wissenschaft.de
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Astronomie+Physik

Wachstumsdämpfer Dunkle Energie

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Die geheimnisvolle Dunkle Energie könnte Sterne langsamer Wachsen lassen. Grafik: NASA/CXC/SAO/A.Vikhlinin
Vor rund 5,5 Milliarden Jahren wurde das Wachstum der großen Galaxienhaufen im Universum deutlich abgebremst. Als Grund sehen amerikanische Astronomen um Alexey Vikhlinin vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik in Cambridge das Wirken jener mysteriösen Dunklen Energie an, die rund 72 Prozent der Energie und Masse im Weltraum ausmachen soll. Die Dunkle Energie beschleunigt die Expansion des Kosmos und macht es Galaxienhaufen schwerer, durch ihre Anziehungskraft weitere Materie aus ihrer Umgebung einzufangen und unter unterdrückt damit deren Wachstum. Mit dieser Beobachtung liefern die Astronomen einen zweiten, unabhängigen Hinweis für die Existenz der Dunklen Energie.

Die Forscher beobachteten mit dem Röntgenteleskop Chandra 86 Galaxienhaufen. Diese sogenannten Cluster umfassen Hunderte bis Tausende von Galaxien. In ihnen befinden sich mehrere Millionen Grad Celsius heiße Gase, die besonders gut im Röntgenbereich des Lichtspektrums zu untersuchen sind. Mit den Beobachtungsdaten bestimmten die Wissenschaftler die Gesamtmasse und die Entfernung der Cluster von der Erde. Ohne die Einwirkung der Dunklen Energie hätten die Cluster in den vergangenen 5,5 Milliarden Jahren um das 50-Fache anwachsen müssen, berechneten die Forscher. Doch die Dunkle Energie arbeitete der Sammelwut der Cluster durch deren starke Gravitationskräfte entgegen: Tatsächlich wuchsen die Galaxienhaufen nur um das 10-Fache. In diesem Wachstumsdämpfer sieht Alexey Vikhlinin „ein untrügliches Zeichen für die Dunkle Energie“.

Nach Ansicht der Astronomen setzen sich die Masse und die Energie der Universums zu 72 Prozent aus der Dunklen Energie, zu 23 Prozent aus der Dunklen Materie und nur zu fünf Prozent aus der uns bekannten Welt der Atome zusammen. Einen ersten Hinweis auf die Dunkle Energie erhielten Astronomen durch weit entfernte Sternenexplosionen, sogenannte Supernovae. Diese waren lichtschwächer und weiter entfernt, als sie den Modellen nach sein dürften. Die Astronomen brachten daraufhin die Dunkle Energie ins Spiel, die die Expansion des Kosmos beschleunigt. Über die genaue Art und Beschaffenheit dieses Mysteriums können sie allerdings noch nicht viel sagen. Die neue Beobachtung bestätigt nun jedoch zumindest Dunkle Energie als treibende Kraft im Universum.

Mitteilung der Nasa ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer
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