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Astronomie+Physik

WAHRSCHEINLICH GLÜCK

Den Zufall zu kalkulieren, hielten die Gelehrten bis ins 17. Jahrhundert für schlicht unmöglich. Doch ein Briefwechsel zwischen den beiden französischen Mathematikern Blaise Pascal und Pierre de Fermat belehrte sie eines Besseren. In den Briefen ging es zwar um ein profanes Problem beim Glücksspiel. Aber die Korrespondenz war, wie Keith Devlin belegt, der Startschuss für eine neue mathematische Disziplin, die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Bereits wenige Jahre später wandten Wissenschaftler sie in vielen anderen Bereichen an, vom Versicherungswesen bis zur Rechtsprechung.

Der britische Mathematiker und Autor Devlin zeichnet die Anfänge des neuen Teilgebiets anschaulich und historisch kenntnisreich nach. Dabei zitiert er ausführlich aus dem Briefwechsel und spinnt Fäden bis ins 21. Jahrhundert. So schildert er etwa, wie ein Computerprogramm mithilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung auf einen möglichen Anschlag auf das Pentagon vor dem 11. September 2001 hinwies. Leider nahmen die zuständigen Behörden das nicht ernst. Devlin berichtet auch über den modernen Handel mit Optionen, der ohne komplizierte Formeln aus dem Erbe Pascals und Fermats längst nicht mehr auskommt. Das ist die Stärke des unterhaltsam geschriebenen Bändchens: Es schafft eine spannende Verbindung zwischen der Historie und dem Jetzt.

Keith Devlin PASCAL, FERMAT UND DIE BERECHNUNG DES GLÜCKS C.H. Beck, München 2009 205 S., 17,90 ISBN 3–406–59099–3

Wolfgang Blum

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