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Astronomie|Physik

Walnuss im Weltraum

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Diese drei Meteoritenkrater auf dem Asteroiden Vesta ähneln einem Schneemann. (c) NASA/ JPL-Caltech/ UCLA/ MPS/ DLR/ IDA
Nach zwei Monaten im Orbit hat die Raumsonde Dawn die Oberfläche des Asteroiden Vesta einmal komplett fotografiert. Auf einem Video des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) sind zahlreiche Krater, merkwürdige Furchen am Äquator und ungewöhnlich hohe Klippen zu sehen. Von der Seite betrachtet ähnelt Vesta einer Walnuss oder einem Hamburger.

Wieder einmal müssen die Planetenforscher erfahren, dass ein bislang unbekannter Himmelskörper aus der Nähe betrachtet ganz anders aussieht als erwartet. ?Vesta hat uns völlig überrascht?, sagt Ralf Jaumann vom DLR-Institut für Planetenforschung. Ungewöhnlich ist zum Beispiel ein riesiger Krater am Südpol des Asteroiden. ?So einen Krater haben wir noch nie gesehen, wir können ihn mit keinem anderen Krater des Sonnensystems vergleichen?, sagt Jaumann. Im Zentrum des Beckens erhebt sich ein 15 Kilometer hoher Berg, eine der höchsten Erhebungen des Sonnensystems. Wie diese rätselhafte Struktur entstanden ist, liegt noch völlig im Dunkeln.

Auch über die Entstehung der tiefen Rinnen am Äquator schweigen sich die Planetenforscher noch aus. „Wir hatten nicht mit einer derart komplexen Geologie gerechnet?, wundert sich Jaumann. Bei der Entstehung von Vesta müssen enorme Kräfte im Spiel gewesen sein. ?Die Höhenunterschiede von bis zu 20 Kilometern, die Vielfalt der Einschlagskrater, die Täler und Canyons, die Vesta umspannen und die großen Helligkeitsunterschied des Oberflächenmaterials sprechen für eine gewaltige Dynamik“, sagt Jaumann.

Vesta ist mit einem Durchmesser von 500 Kilometern das zweitgrößte Mitglied des Asteroidengürtels. Planetenforscher vermuten, dass der zerfurchte Asteroid eine Art vergessener Planeten-Embryo ist ? ein Überbleibsel aus den ersten Tagen des Sonnensystems vor 4,56 Milliarden Jahren. ?Auf der Erde sind alle Spuren aus der Frühzeit des Sonnensystem verschwunden, die Entstehung des Mondes reicht nicht so weit zurück, und der Mars ist schon zu verwittert, um Rückschlüsse zu ziehen?, sagt Jaumann. ?Vesta aber bietet uns den Schlüssel zum diesem Wissen.?

Die Planetenforscher nutzen die Daten der ersten Monate nun, um 3D-Modelle und topografische Karten von Vesta herzustellen. Der Nullmeridian verläuft demnach durch einen kleinen Krater namens ?Claudia?. Auch alle anderen Krater sollen demnächst Namen bekommen. Vorbilder sollen die jungfräulichen Priesterinnen der römischen Göttin Vesta, die Vestalinnen, und andere berühmte römische Frauen werden. Nach einem Jahr in der Umlaufbahn wird Dawn Vesta wieder verlassen und zum Asteroiden Ceres weiterreisen, einem weiteren Relikt aus der Jugend des Sonnensystems.

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Mitteilung des DLR wissenschaft.de – Ute Kehse
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