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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Waren die Pterosaurier bessere Flieger als Vögel?

Flugsaurier haben die Kunst des Fliegens möglicherweise besser beherrscht als heutige Vögel. Das nehmen amerikanische Wissenschaftler an, die Gehirne fossiler Flugsaurier am Computer rekonstruierten. Bestimmte Regionen, die mit dem Gleichgewicht zusammenhängen, waren bei den vor mehr als 65 Millionen Jahren lebenden Flugsauriern stärker ausgeprägt, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Nature (Bd. 423, S. 950).

Lawrence Witmer von der Ohio-Universität in Athens und seine Kollegen untersuchten die beiden Pterosaurier Rhamphorhynchus muensteri ? ein Fund aus Deutschland ? und Anhanguera santanae aus Brasilien. Der Schädel des Rhamphorhynchus ist mit einer Länge von knapp 13 Zentimetern deutlich kleiner als der über einen halben Meter lange Kopf des Anhanguera.

Die Wissenschaftler nutzten Röntgentechniken, um einen virtuellen Streifzug durch das Gehirn der fossilen Flugkünstler zu unternehmen. Anhand der dabei entstandenen Bilder bekamen die Forscher eine Vorstellung davon, wie die Saurier ihre Flugbewegungen steuerten. Generell ähnelte ihr Gehirn wohl dem moderner Vögel, sei jedoch relativ gesehen kleiner, erklären die Forscher.

Bei den Sauriern waren allerdings zwei Hirnregionen ausgeprägter als bei Vögeln. Dadurch hatten die Saurier vermutlich eine außerordentliche Kontrolle über Gleichgewicht, Augen- und Nackenmuskulatur, welche beispielsweise zusammenarbeiten, um das Bild einer Beute auf der Netzhaut zu fokussieren. Außerdem waren die Flugsaurier möglicherweise in der Lage, Informationen, die sie über die große Oberfläche ihrer Flügel aufgenommen hatten, besonders gut zu verarbeiten. Auf diese Weise hätten die Saurier exakt gespürt, welche aerodynamischen Kräfte auf sie einwirken ? eine wichtige Voraussetzung für eine optimale Flugkontrolle.

ddp/bdw ? Stefanie Offermann
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