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Astronomie+Physik

Warum Asteroiden mit der Zeit rund werden

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Von Knochen bis Kartoffeln ist alles dabei: Asteroiden kommen in einer großen Formenvielfalt daher, werden aber im Alter rundlich. Bild: Johns Hopkins University /APL
Asteroiden machen im Laufe der Jahrmillionen die gleiche Transformation durch wie Steine am Strand: Aus unregelmäßig geformten Bruchstücken mit scharfen Kanten werden mit der Zeit rundliche Knollen. Schuld daran ist die Erosion, wie eine Bestandsaufnahme unter mehr als zehntausend Asteroiden zeigt, die zwei ungarische Forscher durchgeführt haben.

Die Gestalt von Asteroiden zu bestimmen, war bis vor kurzem eine schwierige Angelegenheit. Es bedurfte entweder des Besuchs einer Raumsonde, um Fotos aus der Nähe zu schießen, oder einer langwierigen Analyse von Helligkeitsdaten. Aus der wechselnden Lichtmenge, die ein taumelnder, unregelmäßig geformter Asteroid auf seinem Weg um die Sonne zurücksendet, lassen sich ebenfalls Rückschlüsse auf die Form ziehen. In den vergangenen vier Jahrzehnten hatten Astronomen auf diese Weise die Gestalt von etwa tausend Asteroiden erfasst.

Gyula Szabó und László Kiss nutzten nun das Archiv des Sloan Digital Sky Survey, um innerhalb kürzester Zeit 11.735 weitere Himmelskörper zu untersuchen. Dabei konzentrierten sie sich auf die Mitglieder sogenannter Asteroiden-Familien: Viele Objekte im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter gehören zu einigen wenigen Gruppen, deren Mitglieder sich sehr ähnlich sind. Wahrscheinlich stammen sie von einem gemeinsamen Mutterkörper, der bei einem Zusammenstoß zerstört wurde.

Dabei stießen die Forscher auf einen überraschenden Trend. „Wir haben Familien gefunden, die vor allem aus länglichen Mitgliedern bestanden, und andere, die fast alle eine runde Form hatten“, sagte Szabó dem Internet-Dienst Space.com. Nach einer genauen Analyse stellten er und Kiss fest, dass jüngere Asteroidenfamilien vorwiegend aus unregelmäßig geformten Objekten bestanden, während die Mitglieder älterer Asteroidenfamilien zunehmend rundlich wurden. Die Forscher vermuten, dass Ecken und Kanten durch kleinere Einschläge mit der Zeit abgeschliffen werden – ähnlich, wie auch Kieselsteine am Strand immer runder werden. Der kosmische Erosionsprozess dauert aber etwas länger, er nimmt ein bis zwei Milliarden Jahre in Anspruch, schreiben die Forscher.

Gyula Szabó und László Kiss (University of Sydney, Australien): Icarus, Bd. 196, Nr. 1, S. 135 Ute Kehse
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