Warum der Tschad-See schrumpft - wissenschaft.de
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Warum der Tschad-See schrumpft

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Dürre und Landwirtschaft graben dem afrikanischen Binnensee das Wasser ab

Die Bewässerung von Feldern und ein trockeneres Klima sind für die Austrocknung des ehemals einer der größten Süßwasser-Sees Afrikas, des Tschad-Sees, verantwortlich. Das wiesen Michael Coe und Jonathan Foley von der University of Wisconsin-Madison mit einem Klimamodell nach, dessen Ergebnisse sie mit Satellitenbildern des Sees aus den vergangenen 30 Jahren verglichen.

Im Jahr 1953 war der Tschad-See noch so groß wie das Bundesland Brandenburg: etwa 30.000 Quadratkilometer. Jetzt ist er auf ein Zwanzigstel dieser Größe geschrumpft. Wie die Forscher im Journal of Geophysical Research schreiben, nahm die Oberfläche des Sees zwischen 1966 und 1975 um 30 Prozent ab. Dafür waren hauptsächlich die ausgedehnten Dürreperioden verantwortlich. Die Bewässerung habe in diesen Jahren nur mit fünf Prozent zu der Austrocknung beigetragen, schreiben Coe und Foley. Zwischen 1983 und 1994 sei der Wasserbedarf der Landwirtschaft jedoch um das Vierfache angestiegen, was 50 Prozent zur weiteren Austrocknung des Sees beigesteuert habe.

Der Tschad-See liegt inmitten der Sahel-Zone, die in den vergangenen Jahrzehnten von zahlreichen Dürren heimgesucht wurde. Er gehört zu den Ländern Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger. Da der See maximal sieben Meter tief ist, schwankte seine Größe schon immer stark zwischen Regen- und Trockenzeit. Während des Monsuns in den Monaten Juni, Juli und August fließt heute wesentlich weniger Wasser in den See als früher. Wegen des trockeneren Klimas benötigt die Landwirtschaft zudem immer mehr Wasser zur Bewässerung. In der Trockenzeit ist der See im Schnitt jetzt nur noch 1.350 Quadratkilometer groß – im Gegensatz zu 10.000 Quadratkilometern in den 60er Jahren.

Ute Kehse
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