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Astronomie|Physik

Warum die Sonne fleckfrei ist

US-Astronomen haben entdeckt, warum es im Moment nur so wenige Sonnenflecken gibt und die magnetische Aktivität der Sonne allgemein extrem niedrig ist: Eine Strömung tief im Inneren der Sonne bewegt sich langsamer als gewöhnlich voran. Dadurch hat sie erst ein Jahr später als in den vergangenen Sonnenzyklen eine kritische Position erreicht, die mit der Entstehung von Sonnenflecken in Zusammenhang gebracht wird. Normalerweise folgt die Sonnenaktivität einem etwa elf Jahre dauernden Zyklus, in dessen Verlauf sie zu- und abnimmt. Die Anzahl der Sonnenflecken gilt als Maß für diese Aktivität. Die aktuelle Ruheperiode mit ausgesprochen wenig Sonnenflecken dauert jedoch bereits überdurchschnittlich lange an, was sich Forscher bisher nicht erklären konnten.

Etwa alle elf Jahre generiert die Sonne in der Nähe ihrer Pole Strömungen, sogenannte Jet-Streams, die sich langsam, über eine Periode von insgesamt 17 Jahren, in Richtung Äquator bewegen. Sobald sie dabei eine geografische Breite von 22 Grad erreichen, scheinen sie die Entstehung von Sonnenflecken zu beeinflussen. Einen dieser Ströme beobachteten Rachel Howe und Frank Hill mit Hilfe einer Technik, die den in der Medizin verwendeten Ultraschalluntersuchungen ähnelt, während der vergangenen Jahre. Er bewegt sich sich in einer Tiefe von 1.000 bis 7.000 Kilometer unter der Sonnenoberfläche von Ost nach West. Im Vergleich zu den Strömungen früherer Sonnenzyklen lässt er sich allerdings bei der Wanderung Richtung Äquator Zeit, konnten die Forscher zeigen: Er benötigte drei Jahre, um zehn Breitengerade weiterzukommen. Frühere Strömungen hatten diese Strecke in nur zwei Jahren zurückgelegt.

Mittlerweile habe der Strom jedoch die kritische Marke von 22 Grad erreicht, berichteten die Wissenschaftler. Das zeige, dass der sonneninterne Dynamo nach wie vor arbeite und ein neuer Sonnenzyklus beginnt. Da das aktuelle Sonnenfleckenminimum bereits so lange andauert, hatten einige Wissenschaftler zuvor bereits spekuliert, es könnte eine längerfristige Phase komplett ohne Sonnenflecken folgen. Es sei aufregend, jetzt zu sehen, dass jetzt, da der trödelnde Strom die kritische Breite erreicht habe, auch die ersten neuen Gruppen von Sonnenflecken auftauchten, kommentiert Hill.

Sonnenflecken sind kühlere Gebiete auf der Oberfläche der Sonne, die durch eine Verschiebung der Magnetfeldlinien entstehen. Viele dieser Flecken zeigen eine erhöhte Sonnenaktivität an, in deren Folge es unter anderem zu vermehrten Strahlungsausbrüchen kommt. Diese können das Erdmagnetfeld verändern, den Betrieb von Satelliten und den Funkverkehr auf der Erde beeinflussen. Die Sonnenaktivität gilt zudem als ein Faktor, der das Klima auf der Erde prägt.

Rachel Howe und Frank Hill (National Solar Observatory in Tucson) et al.: Beitrag auf dem AAS Meeting, Boulder 2009 ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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